zum Hauptinhalt
Kinder spielen in einer Kindertagesstätte. Vor allem in der Sozialarbeit mangelt es an Fachkräften.
© Jörg Carstensen/dpa

Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft: Fachkräftemangel erreicht Rekordwert

Über eine halbe Million Fachkräfte fehlen. Vor allem in der Sozialarbeit bleiben viele Stellen unbesetzt.

In Deutschland fehlen einer Studie zufolge über eine halbe Million Fachkräfte.

Im Zwölf-Monats-Durchschnitt zwischen Juli 2021 und Juli 2022 würden über alle Berufe hinweg 537.923 qualifizierte Arbeitskräfte fehlen, wie die Funke Mediengruppe am Freitag laut einem Vorabbericht aus einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) berichtet.

[Wenn Sie alle aktuellen Nachrichten live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere runderneuerte App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen können.]

Die größte Fachkräftelücke gebe es in der Sozialarbeit. Für 20.578 offene Stellen gebe es keine passend qualifizierten Arbeitslosen – laut IW ein Rekordwert. „Diese Fachkräfte fehlen beispielsweise bei der Berufseinstiegsbegleitung, in der Schulsozialarbeit, in Jugend-, Kinder- und Altenheimen oder in der Suchtberatung, also überall dort, wo Menschen persönliche Begleitung für die Lösung sozialer Probleme benötigen“, schreiben die Ökonominnen und Studienautorinnen Helen Hickmann und Filiz Koneberg.

Rekordmangel bei Erzieherinnen und Erziehern

Ähnlich groß ist laut der IW-Erhebung die Lücke bei Erzieherinnen und Erziehern: 20.500 Erzieher-Stellen können demnach nicht besetzt werden. „Auch hier erreichte der Fachkräftemangel einen Rekordwert“, heißt es in der Studie. In der Altenfachpflege blieben demnach 18.279 Stellen unbesetzt, in der Bauelektrik 16.974 Stellen und in der Gesundheits- und Krankenpflege 16.839 Stellen.

Aber auch Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnikfirmen finden zunehmend kein Personal, laut IW blieben im Schnitt 14.013 offene Stellen in den vergangenen zwölf Monaten unbesetzt. Informatiker (13.638 offene Stellen), Physiotherapeuten (12.060), Kraftfahrzeugtechniker (11.771) und Berufskraftfahrer (10.562) wurden demnach ebenfalls stark gesucht. Bei den Berufskraftfahrern rechnet das IW noch mit einer Verschärfung der Situation, da „die Beschäftigten überdurchschnittlich alt sind und es zudem an Nachwuchs fehlt“.

Angesichts des Fachkräftemangels in Deutschland hat sich der Chef des Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektroindustrie, Gesamtmetall-Präsident Stefan Wolf, für ein neues Zuwanderungsgesetz ausgesprochen. „Wir brauchen ein qualifiziertes Zuwanderungsgesetz, wie es etwa Kanada hat. Den Zuwanderern muss man ein langfristiges Bleiberecht einräumen“, sagte Wolf ebenfalls der Funke Mediengruppe laut einem Vorabbericht am Freitag. „Wer zu uns kommt, braucht Absicherung und lebenslange Sicherheit.“ Voraussetzung dafür müsse die Qualifikation und die Sprache sein. (Reuters)

Zur Startseite