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Das Getreideschiff M/V Rojen verlässt den Hafen von Tschornomorsk.

© AFP / OLEKSANDR GIMANOV / AFP

Tagesspiegel Plus

Fehlendes Getreide aus der Ukraine: Diese Länder trifft es besonders

Auch nach dem Ende der Hafen-Blockade ist unklar, ob genug Weizen, Mais und Sonnenblumenöl die Ukraine verlassen können. Grafiken zeigen, welche Länder darauf am meisten angewiesen sind.

Von Vihang Jumle

58.000 Tonnen Mais befanden sich an Bord der drei Schiffe, die nach der Blockade der ukrainischen Häfen zuerst von dort in See stechen konnten. Es ist nur ein Bruchteil des Getreides, das noch im Land gelagert ist. Die Ukraine gilt als die Kornkammer Europas, exportiert zwölf Prozent des weltweiten Kalorienbedarfs. Daten zeigen, wie sehr die Welt – und vor allem die Ärmsten – von den Lieferungen aus der Ukraine abhängen.  

Allen voran das Welternährungsprogramm (WFP). 40 Prozent seines Weizens bezieht die Organisation aus der Ukraine. Zu den Empfängern gehören die ärmsten Länder der Welt wie Jemen oder Südsudan. Bereits im Mai 2022 warnte der WFP-Direktor David Beasley auf der Website des WFP: „Die Blockade der Schwarzmeerhäfen ist eine Kriegserklärung an die weltweite Ernährungssicherheit.“ Und fügte hinzu: „In vielen Ländern sind wir gezwungen, die herzzerreißende Entscheidung zu treffen, hungrigen Kindern das Essen wegzunehmen, um es hungernden Kindern zu geben.“ 

Es ist nicht nur das WFP, das Getreidelieferungen aus dem osteuropäischen Land bezieht. Die Ukraine exportiert weltweit rund 50 Prozent des Sonnenblumenöls, 15 Prozent des Mais und zehn Prozent des Weizens. Gerade anhand der Weizenexporte zeigt sich, wie abhängig einige Länder von der Ukraine sind. Der Libanon etwa importiert 81 Prozent seines Weizens von dort.  

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Besonders abhängig von ukrainischen Exporten ist Tunesien. Sie importieren nicht nur 49 Prozent des Weizens von dort, sondern auch 51 Prozent des Maises und 63 Prozent des Sonnenblumenöls. In Europa importieren vor allem Litauen, Belarus und die Niederlande das Getreide.

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Neben Mais und Weizen wird in der Ukraine außerdem viel Gerste angebaut, die dann etwa nach Bangladesch exportiert wird. Viel Gerste exportierte die Ukraine außerdem nach Russland. 82 Prozent dieses Getreides stammen dort aus der Ukraine.

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Die meisten Länder importieren Sonnenblumenöl aus der Ukraine. Auch hier verhängte das Land Exportbeschränkungen infolge der russischen Invasion, um selbst ausreichend Nahrung zu haben. Über 50 Länder weltweit sind vom durch den Krieg stockenden Export betroffen.  

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430.000 Tonnen Sonnenblumenöl exportierte die Ukraine vor dem Krieg im vergangenen Jahr pro Monat. Die Importstatistiken sagen zwar nichts darüber aus, wie wichtig die Getreidesorten für die Ernährung in dem jeweiligen Land sind. Trotzdem zeigen sie, wie abhängig der Welthandel von einem Land sein kann. 

Weltbank-Ökonom John Baffes geht davon aus, dass die von Importen abhängigen Länder einen Weg finden werden, ihre Lieferungen untereinander zu teilen. Aber diese Anpassungen dauern und könnten zusätzliche wirtschaftliche Probleme bringen. In der Zwischenzeit sammeln sich in der Ukraine auch Ernteerträge aus diesem Jahr. Die EU-Kommission hatte im Mai gewarnt, dass innerhalb von drei Monaten 20 bis 25 Millionen Tonnen Getreide exportiert werden müssten. Davon ist man weit entfernt.  

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