• Kurzarbeit kostet womöglich mehr als 30 Milliarden Euro: Bundesagentur hat erst 2,5 Milliarden ausbezahlt

Kurzarbeit kostet womöglich mehr als 30 Milliarden Euro : Bundesagentur hat erst 2,5 Milliarden ausbezahlt

Viele Unternehmen haben das Kurzarbeitergeld noch nicht abgerechnet, sagt BA-Chef Detlef Scheele im Interview mit dem Tagesspiegel.

Eine Frau füllt ein Antragsformular für Kurzarbeitergeld aus.
Eine Frau füllt ein Antragsformular für Kurzarbeitergeld aus.Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild

Die Kosten für die Kurzarbeit könnten am Ende des Jahres bei mehr als 30 Milliarden Euro liegen, so Detlef Scheele, Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA). „Der Bund müsste dann aushelfen“, sagte er im Interview mit dem Tagesspiegel (Montagsausgabe).

Ausgezahlt habe die BA bislang lediglich 2,5 Milliarden Euro an Kurzarbeitergeld. Das diese Summe noch vergleichsweise niedrig ist, liege daran, dass viele Unternehmen noch nicht abgerechnet hätten.

Sorgen, dass das Geld nicht reichen könnte, macht Scheele sich nicht. „Für den Fall, dass die Rücklagen der Bundesagentur für Arbeit aufgebraucht werden, wird der Bund einspringen“, sagt er.

Bei den Neuanträgen für Kurzarbeit hat Deutschland nach seiner Einschätzung das Schlimmste hinter sich. „Das ist jetzt wohl der Höhepunkt“, sagte er. „Wir haben längst nicht mehr hunderttausend, zweihunderttausend neue Anzeigen pro Woche. Es sind deutlich weniger.“

Gleichzeitig warnte er Unternehmer davor, Kurzarbeit anzumelden und dann doch mehr arbeiten zu lassen. „Wer mehr arbeiten lässt als angegeben, begeht Schwarzarbeit!“, so Scheele. „Wir werden die Schlussabrechnung genau prüfen, werden uns alle eingereichten Dokumente detailliert ansehen und gegebenenfalls nachforschen.“

Bald drei Millionen Arbeitslose

Die BA geht davon aus, dass die Zahl der Arbeitslosen in den nächsten Monaten die Marke von drei Millionen überschreiten dürfte.

Scheele glaubt aber, dass die Zahl nicht dauerhaft so hoch bleiben wird. „Ich gehe davon aus, dass sich der Arbeitsmarkt mittelfristig wieder erholt und wir auch einen ähnlichen Beschäftigungsstand erreichen wie vor der Krise im März.“

Schneller als erwartet könnten die Unternehmen wieder Fachkräfte suchen. „Deswegen rate ich Unternehmen dringend dazu, weiter auszubilden“, sagte Scheele.

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