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Drei junge Geflüchtete sitzen in einem Raum der Erstaufnahme auf dem Gelände der Zentralen Ausländerbehörde Brandenburgs (ZABH).

© dpa/Patrick Pleul

Mehr Gewerbeanmeldungen: Aufnahme von Geflüchteten schafft laut Ifo-Studie zusätzliche Arbeitsplätze

Kommen mehr Geflüchtete, steigt laut einer Ifo-Untersuchung die Zahl der Gewerbeanmeldungen – vor allem in den Bereichen Verkehr und Gesundheit. Die Folge: zusätzliche Arbeitsplätze.

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Der Zuzug von Geflüchteten erhöht laut einer Ifo-Untersuchung die Zahl der Gewerbeanmeldungen und schafft damit zusätzliche Arbeitsplätze. Ein Anstieg von 100 Geflüchteten pro 10.000 Einwohnern führe im Schnitt zu sieben zusätzlichen Gewerbeanmeldungen mit 27 neuen Arbeitsplätzen, erklärte das Wirtschaftsforschungsinstitut am Mittwoch in München. Dies sind demnach 7,9 Prozent mehr Gewerbeanmeldungen als im Durchschnitt der Landkreise.

Außerdem werden laut Ifo auch in bereits bestehenden Unternehmen zusätzliche Jobs durch Migration geschaffen: Durch den Zuzug von 100 Geflüchteten auf 10.000 Einwohner entstehen demnach insgesamt 109 zusätzliche Arbeitsplätze, wovon drei Viertel auf bestehende Unternehmen entfallen.

Dabei handele es sich vor allem um Vollzeitstellen, erklärte das Forschungsinstitut, das für die Studie Daten der Gewerbeanzeigenstatistik auf Kreisebene zwischen 2007 und 2021 sowie des Ausländerzentralregisters unter Berücksichtigung offizieller Zuteilungsquoten auswertete.

Die neu entstehenden Unternehmen konzentrieren sich der Untersuchung zufolge auf die Bereiche Verkehr, Gesundheit, das verarbeitende Gewerbe sowie auf Finanzdienstleistungen. Die neuen Unternehmen würden jedoch „nicht von Flüchtlingen oder anderen Ausländern, sondern überwiegend von Deutschen gegründet“, führte das Ifo aus.

„Durch den Zuzug von Geflüchteten entsteht vielerorts Bedarf für neue Geschäftsmodelle, zum Beispiel im Bereich Gesundheit oder Finanzdienstleistungen“, erklärte Ifo-Forscher Sebastian Schirner. Dabei sei allerdings zu beachten, dass der gestiegene Bedarf eine Folge steuerfinanzierter Transfers sein könnte. In welchem Umfang das der Fall ist, untersuchte die Studie nicht. „Gleichzeitig steigt mittelfristig das Angebot an Arbeitskräften, was für potenzielle Gewerbetreibende attraktiv ist“, erklärte Schirner. (AFP)

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