Studie zum Immobilienmarkt : Die Preise steigen, aber immer langsamer

Der Immobilienmarkt kühlt sich ab. Die Preise stiegen im zweiten Quartal 2019 relativ schwach.

Wer diese Wohnungen in Paris kaufen möchte, muss sie teuer bezahlen.
Wer diese Wohnungen in Paris kaufen möchte, muss sie teuer bezahlen.Foto: Thomas SAMSON / AFP

Um 3,4 Prozent steigen die Immobilienpreise im zweiten Quartal 2019. Das geht aus Berechnungen der Beratungsgesellschaft Knight Frank hervor, Spiegel Online berichtete darüber. Noch vor zwei Jahren lag der Wert fast doppelt so hoch. Die Preise steigen also weiter, aber die Steigerung schwächt sich ab.

Unter den 56 untersuchten Ländern war das Wachstum in China am höchsten. Es lag dort bei etwas weniger als 11 Prozent. Ähnlich stark stiegen die Preise in Malta. Auch drei osteuropäische Staaten verzeichnen Steigerungen der Immobilienpreise von jeweils über acht Prozent: Tschechien, Ungarn und Slowenien.

In Deutschland stiegen die Preise um fünf Prozent. Damit liegt die Bundesrepublik unter den untersuchten Ländern auf dem 24. Platz. Deutschland verzeichnet damit aber immer noch die höchste Steigerung unter den G7-Staaten. In Italien fallen die Preise sogar. In Frankreich gab es gegen den Trend eine höhere Steigerung als im Vorjahresquartal.

Einer aktuellen Umfrage zufolge fürchten sich 45 Prozent der Deutschen vor steigenden Mieten und Immobilienpreisen. Für die repräsentative Erhebung im Auftrag der R+V-Versicherung wurden 2400 Menschen ab 14 Jahren befragt.

Auch wenn sich die Steigerung der Immobilienpreise nun abschwächt, geschieht dies auf einem hohen Preisniveau. Der durchschnittliche Kaufpreis für einen Quadratmeter Wohnraum in Paris ist in diesem Sommer erstmals auf mehr als 10.000 Euro gestiegen. Wie die Notare der französischen Hauptstadt am Donnerstag bekanntgaben, bezieht sich diese Angabe auf Altbauwohnungen.

Korsischer Parlamentspräsident will Nicht-Anwohner enteignen

Die hohen Immobilienpreise führen unterdessen nicht nur in Berlin zu Diskussionen um das Eigentumsrecht. Der Präsident des korsischen Regionalparlaments etwa hat zuletzt die Enteignung von nicht auf Korsika lebenden Hauseigentümern ins Spiel gebracht. Wer zum Zeitpunkt des Erwerbs einer Immobilie nicht auf der französischen Mittelmeerinsel wohnte, solle sein Eigentum verlieren, forderte Jean-Guy Talamoni im August im Interview mit dem Radiosender RMC.

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Talamoni stützte sich auf einen Beschluss des korsischen Regionalparlaments aus dem Jahr 2014. Dieser schreibe vor, dass Hauskäufer mindestens fünf Jahre durchgehend auf der Insel gelebt haben müssen. Eine Ausnahme sei lediglich für Korsen vorgesehen, die nicht auf der Insel wohnen. Das französische Recht verhindert derzeit jedoch die Umsetzung des Beschlusses. (mit dpa/AFP)

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