• „Ungefähr ein bis zwei Prozent“: Sehr wenige Lufthansa-Kunden kompensieren CO2-Ausstoß ihres Fluges

„Ungefähr ein bis zwei Prozent“ : Sehr wenige Lufthansa-Kunden kompensieren CO2-Ausstoß ihres Fluges

Öffnet die Flugscham die Geldbörse? Eher selten, kaum jemand nutzt die Möglichkeit, beim Kauf eines Lufthansa-Tickets die Emissionen zu kompensieren.

Start einer Lufthansa-Maschine in Frankfurt
Start einer Lufthansa-Maschine in FrankfurtFoto: Boris Roessler/dpa

Nur sehr wenige Lufthansa-Kunden kompensieren den CO2-Ausstoß ihres Fluges. „Ungefähr ein bis zwei Prozent der Kunden nutzen die günstigste Kompensationsmöglichkeit“, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr der „Welt“.

Die Lufthansa-Kunden können seit einiger Zeit freiwillig einen Aufschlag auf den Ticketpreis zahlen, um die durch ihre Reise entstehende Klimabelastung zu kompensieren. Der Konzern bietet dafür mehrere Optionen, schon die günstigste Möglichkeit werde nicht oft genutzt. Die teurere Variante werde von so wenigen Kunden genutzt, dass er diese alle „per Handschlag begrüßen“ könnte, sagte der Lufthansa-Chef.

Für die Kompensation kooperiert Lufthansa mit der Schweizer Plattform myclimate, diese fördert vor allem Aufforstungsprojekte in Entwicklungsländern. Zudem hat die Airline mit Compensaid eine eigene Initiative für die CO2-Kompensation gestartet. Darüber wird auch der Einsatz von klimaneutralen synthetischen Kraftstoffen gefördert.

Zudem wies Spohr darauf hin, dass technologisch noch nicht alle Möglichkeiten ausgereizt seien, um die Emissionen des Luftverkehrs zu senken. Aus seiner Sicht könnten allein zehn Prozent des CO2-Ausstoßes gesenkt werden, wenn der europäische Luftraum besser organisiert würde. Auch könnten durch Verbesserungen im Flugzeugbau weitere 25 Prozent eingespart werden.

Die Chancen für Flugzeuge mit E-Antrieb und Batterien schätzt der Lufthansa-Chef für gering ein. Die Energiedichte von Batterien betrage nur ein Fünfzigstel derer von Kerosin. „Es ist keine Technologie in Sicht, die uns von flüssigen Treibstoffen befreien könnte“, sagte Spohr. Er setze eher auf klimaneutralen synthetischen Treibstoff. Hier müsse die Politik die Forschung besser fördern. (AFP, Tsp)

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