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„Bewusste Trennung“ basiert auf einer alte Idee: Sich einvernehmlich zu trennen, ohne Verletzungen und idealerweise die gegenseitige Wertschätzung in die Zeit nach der Beziehung mitzunehmen.

© Unsplash/Kelly Sikkema

Tagesspiegel Plus

„Der Augenblick, in dem die Masken fallen“: Wie Paare sich im Guten trennen können

Ein gutes Verhältnis, auch nach der Trennung? In der Realität kommt es zwischen Expartnern oft zu Machtkämpfen oder kühler Distanz. Wie es gelingt, loszulassen und einander trotzdem noch wertzuschätzen.

Von Teseo La Marca

Stand:

Den Schmerz loswerden – wer wünscht sich das nicht? Nach dem Ende ihrer turbulenten Beziehung will Clementine im Film „Vergiss mein nicht“ („Eternal Sunshine of the Spotless Mind“) genau das. Sie möchte ihren Exfreund Joel nicht nur aus ihrem Leben  verbannen, sondern auch alle Erinnerungen an ihn loswerden. Sie wendet sich an eine Firma, die genau das verspricht.

Als Joel davon erfährt, ist er erschüttert. Die Gedanken an Clementine plagen ihn so sehr, dass auch er sich an die Firma wendet. Clementine soll aus seinem Gedächtnis gelöscht werden.

Der Film arbeitet mit Science-Fiction‑Elementen, doch er rührt an einen zutiefst menschlichen Impuls: Wenn wir mit Leid und Trauer konfrontiert sind, wollen wir ihnen zunächst aus dem Weg gehen. Aber in der Wirklichkeit lassen sich Beziehungen, die nicht funktioniert haben, natürlich nicht so leicht vergessen.

Die Beziehungen schlechtreden?

Deshalb folgen wir laut der US-amerikanischen Soziologin Diane Vaughan häufig einer anderen Strategie: „Um sich aus der Beziehung zu lösen, müssen Partner die Beziehung negativ umdefinieren, um dadurch ihr Ende zu legitimieren.“

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