Hintergrund : Selbstverstärkung in Polarregionen

In Polarregionen, speziell in der Arktis, steigen die Temperaturen schneller als anderswo. Das hat Gründe.

Schmelzwasser auf Grönlandischem Gletscher. Die dunklen Wasserflächen verstärken die Erwärmung der Arktis, weil sie mehr Sonnenlicht absorbieren.
Schmelzwasser auf Grönlandischem Gletscher. Die dunklen Wasserflächen verstärken die Erwärmung der Arktis, weil sie mehr...Foto: picture alliance / dpa

Die Polargebiete, und speziell die Arktis, gelten als Frühwarnsysteme für den Klimawandel. Dies wird unter dem Begriff „Arctic Amplification“ oder auch "Polar Amplification" beschrieben.

Dabei geht man davon aus, dass sich die Region doppelt so schnell erwärmt wie die restlichen Klimazonen: Hauptgrund dafür ist die „Albedo, ein Maß für das Rückstrahlungsvermögen von Oberflächen.

Normalerweise ist das zugefrorene Eismeer mit rund 13 Millionen Quadratkilometern eine einzige weiße Fläche. Schmilzt dieses Eis, wird es zu offenem Wasser und „verdunkelt“ die Oberfläche.

Während weiße Flächen die Strahlung großteils zurückwerfen – der Albedoeffekt –, nehmen offene Wasserflächen viel mehr Wärme auf. Dies bewirkt ein rascheres Schmelzen der Eiskappe über Land.

Das eisfreie Land speichert mehr dan Wärme und beschleunigt den Klimawandel zusätzlich. Die Arktis reagiert aufgrund dieses Phänomens besonders empfindlich auf den Klimawandel und wird so zum Frühwarnsystem für die Erderwärmung. (rsch)

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