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200 Jahre glatter Unsinn: Vergessen Sie alles, was Sie über das Rutschen auf Eis zu wissen glaubten
Es ist in Berlin und sonst vielerorts gerade ziemlich glatt. Aber warum gleitet man auf Eis überhaupt? Reibung, die unter Sohle und Kufe Schmelzwasser erzeugt? Falsch!
Stand:
Berlin ist dieser Tage nicht in der Lage, Geh- und Radwege sicher zu machen. Überall wird ausgerutscht, geschlittert, geglitten, gelitten. Das hat nicht nur administrative und politische Gründe, sondern auch physikalische. Doch wer meint, hier Bescheid zu wissen, irrt wahrscheinlich.
Es galt ja als bestes Besserwisserwissen: Eis kann noch so glatt sein, besonders rutschig ist es trotzdem nie.
Denn wer ausgleitet, wegrutscht oder auch absichtlich schlittert, Schlitten oder Schlittschuh fährt, tut dies nie auf Eis, sondern immer auf einem dünnen Wasserfilm. Und der entsteht durch Druck und Reibung, also durch einen Energieinput, der Eis schmelzen lässt.
Weder Druck noch Reibungswärme haben einen großen Effekt auf die Bildung eines dünnen Flüssigkeitsfilms auf dem Eis.
Martin Müser, Materialforscher, Universität des Saarlandes
Das meinte vor fast 200 Jahren James Thompson herausgefunden zu haben. Der war ein britischer Forscher mit engen familiären Verbindungen zu jemandem, der sich mit dem Thema Temperatur wirklich gut auskannte: Sein Bruder Lord Kelvin hatte neben vielen anderen Dingen in Mathematik und Physik auch herausgefunden, wo der absolute Nullpunkt liegt.
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