152 366 Menschen im September in Berlin ohne Job : Weniger Arbeitslose im Herbst

Die Zahl der Arbeitslosen in Berlin sinkt. Im Vergleich zu 2018 ist der Rückgang jedoch minimal.

In Berlins Jobcentern ist verhältnismäßig wenig los derzeit.
In Berlins Jobcentern ist verhältnismäßig wenig los derzeit.Foto: Susann Prautsch/dpa

Die Zahl der Arbeitslosen ist in Berlin wie zu Beginn des Herbstes üblich zurückgegangen. Exakt 152 366 Menschen in der Hauptstadt waren im September ohne Job gemeldet, wie die Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit am Montag mitteilte. Das waren 3882 Menschen weniger als im August, aber nur noch 189 weniger als im September des Vorjahres.

Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum August um 0,2 Prozentpunkte auf 7,8 Prozent. Verglichen mit dem Vorjahresmonat ging sie minimal um 0,1 Prozentpunkte zurück.

Arbeitsmarkt stabil und robust

„Entgegen den bundesweiten Anzeichen für eine Konjunkturschwäche zeigt sich der Arbeitsmarkt in Berlin und Brandenburg mit der zu beobachtenden Herbstbelebung alles in allem stabil und robust“, teilte der Chef der Regionaldirektion, Bernd Becking, mit. Zudem suchten die Unternehmen weiterhin Personal. Es seien 26 956 freie Stellen im September in Berlin gemeldet. Das waren 1084 Stellen mehr als noch im September 2018.

In Brandenburg waren zum Herbstbeginn 72 788 Menschen arbeitslos gemeldet, das waren 2188 Menschen weniger als im August und 6114 weniger als im September des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum August um 0,1 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ging sie leicht um 0,4 Prozentpunkte zurück.

Es gehe Berliner und Berlinerinnen so gut wie nie zuvor

„Der wirtschaftliche Erfolg kommt bei den Menschen an“, erklärte Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne). „Wir können ganz selbstbewusst sagen: Es geht den Berlinerinnen und Berlinern wirtschaftlich so gut wie nie zuvor in der Geschichte unserer Stadt.“ Seit Amtsantritt der Landesregierung seien in der Stadt mehr als 130 000 neue Arbeitsplätze geschaffen worden, jedes Jahr seien 50 000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse dazugekommen.

„Dieser Trend ist ungebrochen. Und sowohl im Jahr 2017 als auch 2018 gab es in Berlin die höchsten Lohnzuwächse bundesweit“, erklärte sie. Besonders wichtig sei ihr dabei, dass auch bei den Langzeitarbeitslosen deutliche Rückgänge zu verzeichnen seien: Deren Zahl sei im September binnen eines Jahres um 10,1 Prozent gesunken.

Herbstbelebung

Christian Amsinck, der Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), sagte, die Arbeitslosigkeit in der Hauptstadtregion sei angesichts der Herbstbelebung und des Ausbildungsbeginns für viele junge Menschen leicht zurückgegangen. Die Arbeitslosenquoten von 7,8 Prozent in Berlin und 5,5 Prozent in Brandenburg seien „respektabel, aber im Bundesländer-Vergleich nicht spitze“.

Trotz der konjunkturellen Unwägbarkeiten würden viele Unternehmen weiterhin Personal suchen, vor allem in Berlin. Hier wächst die Beschäftigung nach wie vor so stark wie nirgends sonst in Deutschland.

In Brandenburg würden zurzeit kaum noch neue Jobs entstehen, berichtete der Verbandschef. „Die Politik darf darüber nicht hinwegsehen. Im neuen Koalitionsvertrag muss der Fokus unbedingt auf mehr Wachstum und auf einer Modernisierung der Infrastruktur liegen, einschließlich der digitalen Verbindungen.

Zusätzliche und hochwertige Jobs entstehen in Brandenburg nur, wenn das Land attraktivere Rahmenbedingungen für Investitionen schafft.“ lbn/kph

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