30 Jahre Loveparade in Berlin : Techno im Museum

Zum 30. Jahrestag der ersten Loveparade hat Mitgründer Dr. Motte eine Ausstellung kuratiert. Zur Langen Nacht der Museen will er im August selbst auflegen.

Bis 2006 zog die Loveparade durch Berlin. Zeitzeugen waren aufgerufen, Fotos und Videos einzusenden.
Bis 2006 zog die Loveparade durch Berlin. Zeitzeugen waren aufgerufen, Fotos und Videos einzusenden.Foto: promo

Zum 30. Jahrestag der Loveparade lässt eine neue Sonderausstellung das einstige Techno-Spektakel noch einmal lebendig werden. Als Teil der Dauerausstellung „Nineties Berlin“ blickt die am Montag eröffnete Schau zurück auf einen Teil der Geschichte des Massenereignisses, das seine Anfänge am 1. Juli 1989 nahm.

Unter wummernden Bässen und Licht aus Neonröhren werden auch Videosinstallationen und Fotografien aus der Zeit zwischen 1989 und 2003 gezeigt. Vorab waren Zeitzeugen aufgerufen, private Videos und Fotoaufnahmen einzusenden. VHS-Kassetten, CDs, Anstecker und Originaldokumente der Gründer sollen einen Eindruck von der Loveparade vermitteln.

Unter dem Motto „Friede, Freude, Eierkuchen“ veranstaltete der DJ und Gründer der Loveparade Matthias Roeingh alias Dr. Motte gemeinsam mit Freunden den ersten Umzug über den Kurfürstendamm – damals liefen gerade einmal 150 Menschen mit. „Wir träumten von einer freien und musischen Gesellschaft“, sagte Dr. Motte bei der Ausstellungseröffnung. Zehn Jahre später, im Rekordjahr 1999, zählte die Love-Parade 1,5 Millionen Teilnehmer.

Umgerechnet 150 Millionen Euro sollen die Besucher in jenem Jahr bei der Loveparade ausgegeben haben, wie es im digitalen Ausstellungsführer heißt. Nach einem zwischenzeitlichen Umzug ins Ruhrgebiet endete die Loveparade 2010 mit einer Massenpanik in Duisburg, bei der 21 Menschen ums Leben kamen. Die Ausstellung widmet sich hauptsächlich den Berliner Jahren der Loveparade.

Zur langen Nacht der Museen legt Dr. Motte wieder auf

In den Räumen der Schau, die Dr. Motte mit Michael Geithner vom ausführenden DDR-Museum kuratiert hat, gibt es unter anderem eine Videostele, die ein Interview mit dem Techno-Veteran zeigt, außerdem einen Schwarzlichttunnel und „Dr. Mottes Schreibtisch“ mit Mischpult und Computer.

Musik macht der 58-jährige Berliner dann auch noch – am 31. August zur Langen Nacht der Museen will er vor Ort auflegen. Dann steht die Ausstellung „Nineties Berlin“ ganz im Zeichen der Loveparade, mit Führungen und T-Shirt-Aktion. (dpa/Tsp)

„Dr. Mottes Loveparade“ läuft bis zum 31. Januar 2020. Alte Münze, Molkenmarkt 2. Der Eintritt kostet 8,90 Euro, ermäßigt 6 Euro. Mehr Informationen unter www.nineties.berlin.de.

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