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Neue Briefmarke David Bowie

© picture alliance/dpa/Bundesministerium der Finanzen

Tagesspiegel Plus

75 Jahre David Bowie: Briefmarken, Blumen - und ein neuer Bowie-Spaziergang durch Berlin

Er lebte in Berlin-Schöneberg - und nicht nur dort. Pünktlich zum Bowie-Jubiläum startet nun eine neue Tour durch die Kieze. Und Sie können dabei sein.

Am 8. Januar 2022, also diesen Samstag, wäre der Sänger und Künstler David Bowie 75 Jahre alt geworden. Das ist für viele Anlass, seiner zu gedenken.

Die Deutsche Post ehrt Bowie mit einer Briefmarke - ganz oben im Bild zu sehen. An der Berliner Hauptstraße 155 in Schöneberg, wo Bowie von 1976 bis 1978 lebte, werden bis heute Trauerblumen abgelegt; der US-Konzern Warner erwarb kürzlich die Rechte an allen jemals erschienenen Bowie-Songs. Der Termin für die Verkündigung des Verkaufs lag ebenfalls kurz vor dem halbrunden Geburtstag.  

Auch Lialo, eine Web-App für Stadtrallyes und Stadtführungen, nutzt das Jubiläum, um Bowies Berlin vorzustellen. Die interaktive Medien-Tour führt mittels Audio, Video und Quiz durch Teile des ehemaligen West-Berlins (Schöneberg, Charlottenburg und Kreuzberg).

In drei Stunden werden auf etwa vier Kilometer Wegstrecke aus der Perspektive von Bowies Freund Lou Reed viele Anekdoten rund um den Sänger erzählt: Wie erging es ihm in Berlin, was hat er erlebt? 

Die Tour beginnt beim Gay-Club Connection in Schöneberg und führt dann zur Schwäbischen Straße 7 im Bayerischen Viertel. Hier kam Bowie bei Edgar Froese von der Elektronikband „Tangerine Dream“ unter, weil seine Wohnung in der Hauptstraße 155 renoviert wurde. Die Band hatte in der Schwäbischen Straße auch ein Studio und die beiden verbrachten viel Zeit zusammen.

We can be heroes, just for one day

David Bowie, zu lesen auf der Gedenktafel an der Hauptstraße 155

1976 zog Bowie dann in die Hauptstraße 155, wo er bis zum Ende seiner Berlin-Zeit blieb. Auch eine Gedenktafel ist am Haus angebracht: „In dieser Zeit (1976-1978) entstanden die Alben ‚Low‘, ‚Hermes‘ und ‚Lodger‘. Sie gingen als Berliner Trilogie in die die Musikgeschichte ein“, ist darauf zu lesen. Weiter unten ein Bowie Zitat: „We can be heroes, just for one day.“ (Wir können Held:innen sein – auch nur für einen Tag).

Der Künstler hatte viele Mitbewohner und Untermieter. Einer davon war „Iggy“, eigentlich James Osterberg, der mit seiner Band „The Stooges“ den Punk mitbegründete. Sie wohnten allerdings nicht lange zusammen, Iggy putzte ständig den Kühlschrank leer, erfährt man im Quiz der Stadttour. Trotzdem arbeiteten die beiden weiter künstlerisch zusammen.

Auch der Bahnhof Zoo in Berlin-Charlottenburg wird beim Spaziergang thematisiert, denn im Film „Kinder vom Bahnhof Zoo“ besucht Christiane F. ein Konzert von Bowie in der nicht mehr existierenden Berliner Deutschlandhalle in Berlin-Westend. In den 1970/80er Jahren war der Bahnhof ein Treffpunkt der Drogen- und Stricherszene. Auch der Sänger war zeitweise drogensüchtig. 


Bilder aus der Hauptstraße 155

Ein provisorisches David-Bowie-Straßenschild hängt vor dem Hauseingang Hauptstraße 155 hing 2016.

© picture alliance / dpa

Zahlreiche Blumen liegen 2016 vor dem Haus in Schöneberg.

© picture alliance / Jörg Carstensen/dpa

Diese Berliner Gedenktafel hängt an der Fassade.

© picture alliance / dpa


Einer der 14 Stopps ist zum Beispiel die Hansa Tonstudios in der Köthener Straße 38 in Berlin-Kreuzberg (nicht weit vom Tagesspiegel-Verlagshaus entfernt). Dort hat Bowie das Album „Low“ und seinen wohl bekanntesten Song „Heroes“ aufgenommen.

Anderer Ort: Das SO36 in der Oranienstraße 190 im Herzen Kreuzbergs, das Bowie oft besuchte. Auch bei der Eröffnung am 11./12. August 1978, dem „Mauerbaufestival“ (ironisches Gedenken an den Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961) soll Bowie angeblich dort gewesen sein.

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