"Auch mit Euch" : Michael Müller feiert die Einheit in Australien noch einmal

Bei seinem Besuch in Down Under erweitert der Regierende das Motto des Berliner Einheitsfests kurzerhand. Dazu gibt es Löwenbräu, Brezeln und Dirndl.

Der Rede wert: Michael Müller hält seine erste Ansprache auf Englisch.
Der Rede wert: Michael Müller hält seine erste Ansprache auf Englisch.

Den Tag der Einheit kann schon mal öfter und auch später feiern, wenn hohe Gäste kommen. Und was die New York Fashion Week mit ihren zehn Tagen kann, das kann die German Week in Brisbane toppen, meint der deutsche Honorarkonsul Michael
Rosemann, sie dauert gleich vom 1. bis 14. Oktober.

Also konnte der Bundesratspräsident, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, am Donnerstag gleich noch einmal die Einheit feiern. Und bei seinem Besuch in Australien erweiterte er das Motto der Berliner Feiertage „Nur mit Euch“ kurzerhand: „Also with You“, auch mit Euch, rief er den Gästen im Porsche-Zentrum in Brisbane am Abend zu.

Michael Müller in Australien
Müller beim Rundgang durch die Goma Gallery of modern Art in Brisbane vor dem Bild eines chinesischen Künstlers, eine Art Karte der digitalen Ängtste und Möglichkeiten. Der Berliner Mueller entdeckte mit scharfem Auge gleich Bekanntes: die digitale Bibliothek des Gutenberg Projekts. Digitalisierung war einer der Schwerpunkte der Reise.Weitere Bilder anzeigen
1 von 12Foto: Ingrid Müller
10.10.2018 14:26Müller beim Rundgang durch die Goma Gallery of modern Art in Brisbane vor dem Bild eines chinesischen Künstlers, eine Art Karte...

Schließlich ist Müller Down Under unterwegs, um neue Kooperationen auf den Weg zu bringen und bestehende auszubauen. Und ausgerechnet zur Einheitsfeier verblüffte er den einen oder anderen, denn bei der Gelegenheit hielt er seine erste Rede auf der Reise auf Englisch.

Vor einem Bild vom Brandenburger Tor in warmem Sonnenlicht, auf dem wie von Zauberhand kein einziger Mensch zu sehen war, betonte er, dass Berlin, die Stadt der Freiheit, wieder ein sicherer Hafen für Menschen sei, die ihre Träume leben wollen.

Der Minister für Infrastruktur und Planung von Queensland, Cameron Dick, unterstrich zwischen den beiden Flaggen am Rednerpult, dass es immer wichtiger werde, dass die Staaten mit demokratischen Prinzipien zusammen stehen. Deutschland nannte er überschwänglich den „Champion of Human Rights“, von denen sich zu viele abgewandt hätten.

Münchner Löwenbräu und Kartoffelpuffer

Die Brücke zwischen den Ländern schlugen musikalisch ein Streich- und ein Bläserquartett des Queensland Youth Orchestra mit Werken unter anderem von Beethoven, Mendelssohn, Bruckner und Ellington. Die Bläser hatten ihre Freude an tief dunklen Moll-Tönen. Die waren ansonsten bei australischem Pinot Noir, Münchner Löwenbräu, Brezeln und Mini-Kartoffelpuffern nicht zu hören. Ein besonderes Deutschlandbild.

Wird man in der Ferne nostalgischer als es daheim zugeht? Die Gäste jedenfalls feierten fröhlich – mit erstaunlich hoher Dirndldichte bei den Damen, den australischen.

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