Badestrände in Berlin : Bürgerinitiative will Strandbad Tegel selbst betreiben

Seit 2016 ist das beliebte Strandbad geschlossen, ein privater Pächter ist nicht in Sicht. Nun möchte die Bürgerinitiative "I love Tegel" den Betrieb übernehmen.

Das Strandbad Tegel
Das Strandbad TegelFoto: Kai-Uwe Heinrich

In dem seit mehreren Jahren andauernden Kampf der Reinickendorfer Politik und der Bürger für eine Offenhaltung des Strandbades Tegel ist eine neue Phase erreicht: Die Bürgerinitiative „I love Tegel“ hat den Berliner Bäder-Betrieben, BBB, jetzt das Angebot unterbreitet, das seit der Saison 2016 offiziell geschlossene Strandbad ab sofort in Eigenregie zu betreiben.

Der CDU-Bezirksverordnete Felix Schönebeck, Sprecher der Initiative, unterbreitete den Bäderbetrieben ein entsprechendes Angebot. Er konnte Reinickendorfer Unternehmer gewinnen, die ausreichend mobile Toiletten vor Ort bereitstellen und sich um die Reinigung des Areals und die Müllabfuhr kümmern werden. Es sind dies die W&W Mobile WC-Anlagen GmbH und die Firma MAD Dienstleistungen.

Schönebeck erwartet, dass die Bäderbetriebe „mangels ersichtlicher Gegenargumente“ am Freitag, 20. Juli, um 10 Uhr das Bad für die Initiative aufschließen. Er argumentiert, dass auch andere öffentliche Badestrände, wie zum Beispiel der unmittelbar neben dem Strandbad liegende sogenannte Arbeiterstrand gegenüber der Insel Scharfenberg, auch nur über eine mobile Toilettenanlage und Mülleimer verfügten.

Initiative fordert Gespräch mit Innensenator


In einer ersten Reaktion hat der Vorstandsvorsitzende der BBB, Andreas Scholz-Fleischmann, der Tegeler Initiative für Donnerstag 15 Uhr ein Gespräch angeboten. Er fordert dazu unter anderem die Vorlage einer Erlaubnis der Senatsverwaltung für Umwelt, das Bad in Tegel zu betreiben.

Die BBB könnten dies in der Trinkwasserschutzzone nicht von sich aus entscheiden. Scholz- Fleischmann hält Sanitärcontainer hier zudem für unzulässig. Felix Schönebeck wies in einer Antwort darauf hin, dass solche Container im selben Schutzgebiet an zwei Stellen betrieben würden. Er fordert ein direktes Gespräch der involvierten Senatoren Geisel und Günther.
Hauptgrund für die Schließung des vor allem bei Familien mit kleinen Kindern wegen seiner idyllischen Lage sehr beliebten Bades war die Nichteinhaltung von Umweltauflagen. Das Bad liegt in einem Wasserschutzgebiet. Die BBB hatten sich selbst weder um die fällige Sanierung der Abwasserleitung noch um die Pflege der sanitären Anlagen und der Gebäude gekümmert.

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Angesichts des aufgelaufenen Investitionsbedarfs von mehreren Millionen Euro hatte sich kein privater Pächter gefunden. Das Argument der BBB, die Auslastung des Bades sei unzureichend gewesen, erwies sich bei einem provisorischen Betrieb über die Sommerwochen hinweg als falsch: An sonnigen Tagen kamen über 1000 Badegäste.

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