Berlin-Lichtenberg : Demonstration gegen Aquapark am Ostkreuz

Am Donnerstag demonstrieren die Gegner des geplanten Wasserparks "Coral World". Sie fordern: Der Senat soll auf dem Gelände besser eine Schule bauen.

Rummelsburger Bucht mit Blick auf Alt-Stralau. Hier soll ein Wasserpark entstehen.
Rummelsburger Bucht mit Blick auf Alt-Stralau. Hier soll ein Wasserpark entstehen.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

An der Rummelsburger Bucht, in der Nähe des Ostkreuzes, soll ein Wasserpark für 40 Millionen Euro entstehen. Meerestiere sollen gezeigt werden, ein Korallengarten und eine Regenwaldlandschaft entstehen, Spielplätze, Teiche und Wasserläufe Besucher locken. Die Pläne sind seit Langem bekannt – und sorgen im Bezirk seit Langem für Ärger. Denn die an einen Investor verkauften Flächen würden auch anderweitig dringend gebraucht, etwa für einen Schulbau. Die Schulen in der Umgebung sind massiv überfüllt, nach Rummelsburg ziehen sehr viele junge Familien.

Demonstranten fordern Schul- und Wohnungsbau auf Gelände

Am Donnerstag wollen Kritiker des Projekts "Coral World" vor der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) demonstrieren. Möglicherweise wird die BVV nämlich am Donnerstag über die Festsetzung des Bebauungsplans entscheiden. Der Antrag müsse aber noch nachgebessert werden, heißt es. Die Demonstranten wollen Schul- sowie Wohnungsbau an der Stelle fordern, an der die „Coral World“ geplant ist.

Florian Hackenberger ist einer der Organisatoren der Demo. Er sagt: „Am Ostkreuz kann R2G beweisen, dass die Koalition Berlin tatsächlich für und mit den Bewohnern gestalten möchte, statt Investoren Tafelsilber zum Spottpreis zu verkaufen und die Stadt touristengerecht umzubauen. Wir fordern: Bebauungsplan ablehnen, Verkäufe rückabwickeln und Neustart mit echter Partizipation.“

Berlin würden private Investitionen und Steuereinnahmen entgehen

Sollte „Coral World“ nicht gebaut werden, würden dem Land Berlin private Investitionen und Steuereinnahmen entgehen, heißt es hingegen vom Bezirksamt für Stadtentwicklung unter Leitung von Birgit Monteiro (SPD). Monteiro sagte, das Geld würde für den Schul- und Kitabau benötigt. In einer Antwort auf eine Anfrage von Robert Pohle (Grüne) geht es auch um den derzeit verfolgten Plan, die dringend benötigte Grundschule an einem etwas weiter entfernten Standort zu bauen. Monteiro: „Laut Schulgesetz gibt es keine Festlegung zur Länge von altersangemessenen Schulwegen für Grundschüler.“ Der Bezirk Lichtenberg habe sich aber zum Ziel gesetzt, dass kein Grundschüler mehr als zwei Kilometer zurücklegen müsse.

Pohle sieht den Senat in der Pflicht, den Vertrag nachzuverhandeln. Er meint, auf dem Gelände könnte zusätzlich eine Schule gebaut werden.

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