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Yoga überall. Ob drinnen oder wie hier draußen im Berliner Mauerpark.
© Imago/Steinach
Tagesspiegel Plus

Berliner Bezirk reagiert auf neues Urteil: Yoga-Kurse im Park sind auch in Pankow „unerlaubt“

Öffentliche Grünanlagen dürfen nicht für kommerzielle Aktivitäten genutzt werden, so das Bezirksamt Pankow. Die Aussage steht im Widerspruch zu eigenen Plänen.

Von Christian Hönicke

Kommerzielle Angebote wie Sportkurse oder Hunde-Ausführ-Dienste sind in Pankows Parks und Grünanlagen nicht erlaubt und werden auch nicht genehmigt. Das stellte das Bezirksamt auf Nachfrage in einer Reaktion auf das Urteil des Verwaltungsgerichts Berlin klar. Dieses hatte befunden: „Kommerzielle Sportangebote in öffentlichen Grünanlagen im Land Berlin sind grundsätzlich erlaubnispflichtig.“

Anlass war die Klage einer Betreiberin für kostenpflichtige Freiluft-Gruppen-Fitnesstrainings im Park am Gleisdreieck. Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg hatte die Sportkurse untersagt.

Das Verwaltungsgericht gab der Behörde nun Recht: Parks stünden allein der „erholungsbedürftigen und erholungsuchenden Bevölkerung“ zur Verfügung, eine kommerzielle Nutzung sei nicht vom Allgemeingebrauch abgedeckt. Es liege auf der Hand, dass die Inanspruchnahme dieser knappen Ressource durch kommerzielle Veranstaltungen der behördlichen Steuerung bedürfe, um konkurrierende Nutzungsinteressen in Ausgleich zu bringen.

Solche Angebote werden auch nicht genehmigt, da sie die bereits vorhandene Übernutzung der Grünanlagen noch verstärken.

Manuela Anders-Granitzki, Bezirksstadträtin 

Das sieht auch das Bezirksamt in Pankow so. Man lehne kommerzielle Angebote innerhalb der eigenen Grünanlagen ab, erklärte die zuständige Bezirksstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) auf Nachfrage. „Solche Angebote werden auch nicht genehmigt, da sie die bereits vorhandene Übernutzung der Grünanlagen noch verstärken.“ Insgesamt verfolge man „eine äußerst zurückhaltende Genehmigungspraxis von Sondernutzungserlaubnissen in Grünanlagen“.

Es seien daher auch bisher keinerlei Genehmigungen für kommerzielle Sportkurse in den Grünanlagen erteilt worden, sagte die Stadträtin: „Sollten kommerzielle Sportkurse in den Grünanlagen stattfinden, werden diese unerlaubt durchgeführt. Sportkurse sollen in Sportanlagen durchgeführt werden, nicht in Grünanlagen.“

Ganz stringent ist diese Argumentation jedoch nicht. Die Aussage des Bezirksamts, dass Sport in Sportanlagen gehört, steht im Widerspruch zu den eigenen Plänen. Im neuen Sportentwicklungsplan des Bezirks Pankow wurden nämlich Parks und Grünanlagen aufgrund der Platznot explizit als Orte definiert, die künftig vermehrt der Sportnutzung zugeführt werden sollen.

Demnach ist eine „Aufwertung von Grünanlagen zur Nutzung für den vereinsungebunden und partiell für den vereinsgebundenen Sport“ angedacht. Im Rahmen eines Pilotprojekts soll dabei zunächst eine reguläre Grünanlage zu einem „Sport- und Bewegungspark“ qualifiziert werden.

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