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Das Jugendzentrum Potse in der Potsdamer Straße in Schöneberg.

© imago/Schöning

Berufung gegen Urteil abgelehnt: Berliner Jugendzentrum "Potse" rechnet zeitnah mit Räumungstermin

Das Berufungsverfahren gegen die Räumung wurde abgelehnt, bald könnte ein Termin feststehen. Die Jugendlichen fordern ein Ersatzobjekt.

Von Anima Mueller

Es könnte die dritte Räumung eines linken Szeneobjekts innerhalb weniger Monate werden: Nach der Neuköllner Kiezkneipe "Syndikat" und dem queerfeministischen Hausprojekt "Liebig 34" in Friedrichshain folgt womöglich bald das Jugendzentrum "Potse" in Schöneberg.

Das Berliner Kammergericht hat nun das Berufungsverfahren gegen die Räumung des selbstverwalteten Zentrums abgelehnt. Das Kollektiv erwarte in den nächsten Wochen einen Brief von einem Gerichtsvollzieher mit einem Räumungsdatum, heißt es in einer Mitteilung der Organisatoren.

Der Frust unter den Jugendlichen ist groß: Jahrzehntelang nutzten die "Potse" und das Jugendzentrum "Drugstore" die Räume in der Potsdamer Straße. Als die Mietverträge 2018 ausliefen, konnte der Bezirk keine Verlängerung erreichen. Während der "Drugstore" auszog, blieb die "Potse" und besetzte den Ort.

Ein Ersatzobjekt, das sich für die bisherige Nutzung eignet - so zum Beispiel für Punkkonzerte und Bandproben - konnte der Bezirk ebenfalls nicht stellen. Die Jugendlichen hatten sich zwischenzeitlich sogar selbst auf die Suche begeben.

Auch jetzt bitten sie um Hinweise auf verfügbare Objekte. Ein solches zu finden, hielten sie für die einzige Option, um einer Räumung aus dem Weg zu gehen, schreiben sie.

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Sollte dies bis zum Räumungsdatum nicht geschehen sein, würden "das Land Berlin und die Landesregierung für die brutale und sinnlose Räumung von einem Jugendzentrum verantwortlich sein", heißt es in der Meldung.

Die Jugendlichen kritisieren auch, dass eine Räumung während der Pandemie nicht angemessen sei: "In der aktuellen Pandemie ein Jugendzentrum zu räumen, nach welcher es eigentlich mehr soziale Infrastruktur bräuchte, kommt einem politischen Totalversagen gleich", sagte ein Sprecher der "Potse".

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