Berliner Panda in der Röhre : Nierencheck bei Jiao Qing

Berlins Pandamännchen Jiao Qing hat buchstäblich in die Röhre geschaut: Für einen Gesundheitscheck untersuchten Veterinäre das 110 Kilo schwere Tier.

Bei Panda Jiao Qing wurde eine Computertomographie durchgeführt. Der Verdacht: Eine zu kleine Niere.
Bei Panda Jiao Qing wurde eine Computertomographie durchgeführt. Der Verdacht: Eine zu kleine Niere.Foto: Photo by HO / Zoo Berlin / AFP

Der Morgen des 7. November verläuft anders als Jiao Qing es gewohnt ist. Anstatt eines ausgiebigen Frühstücks steht eine Autofahrt an. Gegen 7 Uhr wurde der Große Panda in die Transportkiste gelockt, um ihn vom Zoo Berlin in den Osten der Stadt zum Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) zu bringen. Dort gab es eine Narkose, damit die sieben Wissenschaftler und Tierpfleger den 110 Kilogramm schweren Bären im Computertomographen (CT) untersuchen konnten. Dieser wurde extra für große Tiere gebaut.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Panda-Papa Jiao Qing musste sich einem CT unterziehen.
  • Grund für die Untersuchung: Jiao hat zwei unterschiedlich große Nieren. Das CT soll überprüfen, ob die kleinere Niere ordentlich funktioniert.
  • Weitere Erkenntnisse sollen durch eine konkrete Beobachtung der Harnabgabe gesammelt werden.

Grund für die Untersuchung unter Narkose war der Verdacht, dass Jiao Qing eine verkleinerte Niere haben könnte. Diese wurde während einer Ultraschall-Untersuchung im Frühjahr entdeckt und soll nun genauer begutachtet werden. „Unser bisheriger Verdacht konnte bestätigt werden. Es sind zwei Nieren vorhanden, eine davon verkleinert.

Um kein Gesundheitsrisiko für den Panda einzugehen, haben wir uns entschieden, auf die Gabe eines Kontrastmittels bei Jiao zu verzichten. Zwar konnten wir so nicht vollumfänglich klären, inwieweit die kleinere Niere funktionsfähig ist, mit dem Ergebnis sind wir aber dennoch zufrieden“, erklärt Zoo-Tierarzt Dr. Andreas Ochs.

Weitere Erkenntnisse sollen nun durch eine konkrete Beobachtung der Harnabgabe gesammelt werden.

Panda Jiao Qing aus dem Berliner Zoo bei einem Gesundheitscheck
Die Untersuchung von Papa-Panda Jiao Qing wurde im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) durchgeführt.Alle Bilder anzeigen
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12.11.2019 13:12Die Untersuchung von Papa-Panda Jiao Qing wurde im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) durchgeführt.

Die Ergebnisse werden von Prof. Thomas Hildebrandt (IZW) und Dr. Andreas Ochs bei der jährlich stattfindenden größten Konferenz der Panda-Halter „Conference for Giant Panda Conservation and Breeding & Annual Conference of the Chinese Committee of Giant Panda Breeding Techniques“ vom 12. bis zum 15. November 2019 in Chengdu präsentiert und besprochen.

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Jiao Qing ist neun Jahre alt und lebt seit rund zwei Jahren als Leihgabe Chinas im Zoo. Er ist der Vater der Berliner Panda-Zwillinge, die im Sommer zur Welt kamen. Da Panda-Männchen von Natur aus nicht in die Jungtier-Aufzucht involviert sind, haben die Zwillinge von dem kurzen Ausflug des Panda-Papas nichts mitbekommen. Gewohnt kuschelten sie in der Zwischenzeit abwechselnd mit Mama Meng Meng.

Mittlerweile bringt Deutschlands erster Panda-Nachwuchs jeweils rund vier Kilo auf die Waage und sollen voraussichtlich ab Ende des Jahres für das Zoo-Publikum zu sehen sein. (mit dpa)

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