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Berliner Polizei : Vermisster Streifenwagen gefunden

Seit Samstag vermisste Berlins Polizei einen Streifenwagen. Ausgerechnet zum Erdogan-Besuch. Der Fall sorgte intern für Aufregung. Doch die Lösung ist simpel.

Funkstreife der Polizei (Symbolbild).
Funkstreife der Polizei (Symbolbild).Foto: dpa

Die Lage bei der Berliner Polizei ist wegen des Staatsbesuchs des türkischen Präsidenten Recep Erdogan ohnehin angespannt. Ausgerechnet in dieser Situation vermisste die Polizei bereits seit Samstag auch noch einen Streifenwagen, das Fahrzeug war spurlos verschwunden. Deshalb ist intern Alarm ausgelöst worden - aber erst Tage später, nämlich am Donnerstag. Und auch bei der Entwarnung geriet einiges ins Stocken. Der Fall ist kurios - und sagt viel über die Informationswege in der Berliner Polizei.

Alle Polizeidienststellen sind am Donnerstag per Mail über das vermisste Fahrzeug informiert worden, der Betreff lautet: "In Verlust geratener Funkstreifenwagen". In den Polizeirevieren hat das größte Sorge ausgelöst, wie Beamte dem Tagesspiegel berichteten. Es sei nicht auszudenken, was Kriminelle oder gar Terroristen mit einem gestohlenen Funkwagen alles anstellen könnten. Nicht ohne Grund sollte die Warn-Mail alle 25.000 Mitarbeiter der Polizei erreichen.

Der VW Touran mit dem Kennzeichen B-7871 war den Angaben zufolge seit Samstag, 6.30 Uhr vermisst worden. Der Wagen war in der Zentralwerkstatt für alle Streifenwagen der Berliner Polizei in der Friesenstraße in Kreuzberg. Alle Anfragen zum Verbleib seien zunächst erfolglos geblieben, heißt es in der internen Mail. Der Fahrdienst sollte den Wagen zur Direktion Einsatz nach Zehlendorf bringen.

Eine ganze Behörde soll ein Auto suchen - erfährt aber nichts vom Fund

"Das Fahrzeug ist mit den dazugehörigen Fahrzeugpapieren weg", heißt es in der internen Mail an alle Dienststellen. Die Tankkarte und die Transponderkarte, die Zugang durch die Zufahrtstore der Polizeidienststellen verschafft, sind gesperrt worden. Alle Polizeidienststellen sollten deshalb prüfen, ob der Wagen auf ihrem Gelände steht.

Während viele Beamte weiter davon ausgingen, dass der Wagen noch gesucht wurde, war der Fall bereits aufgeklärt. Doch davon erfahren haben die wenigsten der alarmierten Beamten. Denn eine interne Mail, die - für die gesamte, zur Suche in Gang gesetzte Polizei mit 25.000 Mitarbeitern - Entwarnung geben sollte, ist bis Freitagmorgen noch immer nicht ganz nach unten in der Behörde angekommen, wie Beamte berichten. Obwohl der Fall bereits gegen Donnerstagmittag aufgeklärt war.

Viele Beamte haben davon aber nichts - wie bei der Alarm-Mail - über den Dienstweg erfahren. Die Polizei twitterte stattdessen am Freitagmorgen: "Der Wagen war nie wirklich verschwunden. Kollegen haben ihn bei der Abholung in der Werkstatt nicht ausgetragen. Der Streifenwagen ist seit gestern Nachmittag schon wieder zurück."

Ein Sprecher der Polizei erklärte auf Nachfrage, die Meldewege hätten funktioniert. Wenn die entsprechende Entwarnung nicht überall angekommen und weitergereicht worden sei, liege das Problem in den örtlichen Dienststellen. Die Wachleitungen müssten die Bediensteten informieren.

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