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Stromausfall: Mehr private Wachtrupps patrouillieren durch den Südwesten von Berlin
Im dunklen Südwesten vertrauen Hausbesitzer und Ladenbetreiber auch auf private Sicherheitsleute – offenbar aus Sorge vor Einbrechern. Was kosten solche Dienste?
Stand:
Wegen des großflächigen Stromausfalls im Südwesten von Berlin lassen Hauseigentümer:innen, Betriebe und Inhaber:innen kleiner Geschäfte ihre Habseligkeiten verstärkt von privaten Sicherheitsleuten bewachen – offenbar aus Sorge vor Einbrecher:innen.
Wie ein Sprecher von Securitas, dem größten Sicherheitsunternehmen in Deutschland, auf Anfrage bestätigt, setzt die Firma seit Samstag mehr Wachtrupps und Dauerposten in den betroffenen Gebieten ein. Auch die Zahl der Streifenrundgänge sei erhöht worden. Genaue Zahlen nannte der Sprecher nicht. Bislang könne Securitas die Mehrarbeit mit eigenem Personal stemmen.
Was den Preis bestimmt
Der Kundenstamm von Securitas besteht vorwiegend aus Gewerbekunden. Diese lassen unter anderem Baustellen oder Büros schützen. Wie viel ein Kunde bezahlt, hänge davon ab, wie groß das Objekt sei und wie akribisch darauf aufgepasst werden solle.
Der günstigste Tarif beginnt laut dem Firmensprecher bei einer kleinen dreistelligen Summe pro Monat. So viel zahle ein Kunde, der sein Haus mit einer Kamera überwachen lassen möchte, inklusive angeschlossener Leitstelle, sowie einem Streifendienst, der einmal am Tag vorbeischaue.

© dpa/Elisa Schu
Nach oben gebe es keine Preisgrenze. Kund:innen könnten Alarmsysteme, noch mehr Überwachungstechnik, einen speziellen Eingreiftrupp oder weitere Wachleute dazubuchen. Bei einem großen Objekt würden die Kosten schnell vierstellig, so der Sprecher.
Ein Mitbewerber gibt einen Hinweis darauf, was das auf eine einzelne Stunde heruntergebrochen bedeutet: Auf der Webseite von der Firma Absolute Security Berlin heißt es, Kund:innen zahlten für den einfachen Wachschutz zwischen 25 und 40 Euro pro Stunde.
Entscheidend für den Preis sei auch die Qualifikation des eingesetzten Personals. Es gelten Tariflöhne: Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft weist für Sicherheitsleute in Berlin Stundengehälter ab 15,15 Euro plus Zulagen wie Feiertagsarbeit aus.
19 Prozent extra für Privatleute
Die Kosten werden üblicherweise als Nettopreis angegeben. Dieser wird für Dienstleistungen zwischen zwei Unternehmen (also „Business-to-Business“ oder „B2B“) verwendet, da diese die Mehrwertsteuer als Vorsteuer abziehen können.
Eine Villenbesitzerin, die während des Stromausfalls nun Wachpersonal vor ihrem Privateigentum aufmarschieren lässt, zahlt also noch zusätzlich 19 Prozent Mehrwertsteuer. Riesengroß scheint die Anfrage von Privatpersonen aber nicht zu sein. Vier andere Sicherheitsdienste, bei denen der Tagesspiegel angerufen hat, geben an, momentan keinen höheren Zulauf zu verzeichnen.
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