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Polizeischutz für den SFC Friedrichshain. (Symbolbild)

© imago images / Herbert Bucco/Herbert Bucco

Gewalt im Amateurfußball : Berliner Fußballverein trainiert unter Polizeischutz

Ein Friedrichshainer Amateurverein erhält telefonische Bedrohungen. Das nächste Training findet unter den Augen der Polizei statt. Was ist passiert?

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Die erwartete Fußballparty endete für den Friedrichshainer SFC am ersten Mai-Wochenende zunächst mit einem frühzeitigen Abbruch. Die Seniorenmannschaft spielte in ihrer Heimstätte in der Gürtelstraße gegen den Friedenauer TSC um den Aufstieg aus der Landesliga in die Verbandsliga. Die Friedrichshainer belegen in dieser Saison fast kontinuierlich den ersten Tabellenplatz.

Zuschauer der Partie sprechen von einem sowieso schon hitzigen Spielgeschehen, als es zu einer Situation kommt, die den Schiedsrichter anschließend zu einem Spielabbruch verleitet. Ein Friedenauer Spieler soll aus Wut über eine Entscheidung des Unparteiischen den Ball ins Publikum geschossen haben. Dabei traf er ein Kleinkind am Kopf. Der Vater des getroffenen Kindes eilte daraufhin auf den Rasen und griff den Spieler des Landesligisten aus Berlins Südwesten körperlich an. Es folgen Beschimpfungen, Beleidigungen und schließlich der Spielabbruch.

Bildnummer: 05076675  Datum: 31.10.2009  Copyright: imago/Revierfoto
Bereitschaftspolizei auf den Rängen der leeren BayArena, Heimspielstätte von Bayer 04 Leverkusen II; Herren Fußball GER Regionalliga West 2009 2010 Leverkusen Sportstätte Leere vdig xsk 2009 quer o0 Objekte Tribüne Rang Ränge Sitze Leere Sitzplätze Sitzreihen Sitzreihe Sitzplatz Stadion, Totale Polizei Polizisten o0 Amateure, Amat, A, U23, U 23

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Immer wieder muss die Polizei auch in den unteren Ligen einschreiten. Auf dem Foto überwachen Polizisten ein Spiel der zweiten Mannschaft von Bayer Leverkusen.

© imago sportfotodienst

Thomas Schippmann, Vorsitzender des SFC Friedrichshain, bestätigt gegenüber dem Tagesspiegel diesen Verlauf. Zu den exakten Details könne der Verein gleichzeitig keine Angaben machen, weil es sich um ein laufendes Verfahren am Sportgerichtshof handelt. Der Vater des getroffenen Kindes sei jedoch kein Mitglied des Vereins, erklärt Schippmann. Der Verein distanziert sich von jeglicher, körperlicher und verbaler Gewalt. „Wir sind noch immer erschrocken“, sagt der Vorsitzende dem Tagesspiegel.

Wenige Tage darauf erhalten mehrere Spieler der Friedrichshainer Mannschaft telefonische Drohungen, in denen Gewalthandlungen angekündigt wurden. „Wie ernst diese Drohungen gemeint sind, können wir nicht sagen“, heißt es vom Fußballclub aus dem Osten der Hauptstadt.

Polizei schickte Kräfte, um Training zu überwachen

Zumindest die Berliner Polizei schätzte das Gefahrenpotenzial als durchaus realistisch ein und ließ das folgende Training am vergangenen Mittwoch durch Kräfte des zuständigen Abschnitts überwachen, um mögliche körperliche Auseinandersetzungen zu unterbinden. Nach Polizeiangaben kam es zu keinerlei Störungen.

So absurd es klingen mag, dass das Seniorenteam eines kleinen Berliner Vereins unter Polizeischutz trainieren muss, so bekannt ist das generelle Problem mit der Gewalt im Amateurfußball. Immer wieder kommt es am Rande von Fußballspielen in unteren deutschen Ligen zu Ausschreitungen, Prügeleien und massiven Anfeindungen gegenüber Schiedsrichtern.

Erst am Sonntagmittag war es während eines Bezirksligaspiels in Marzahn zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Schiedsrichter, Spielern und Zuschauern gekommen, die in einer Prügelei mündete. Die Polizei stellte mehrere gefährliche Körperverletzungen fest.

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