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Das Park Center am Treptower Park

© Julia Schmitz

Berliner Kieztheater muss umziehen: Beim Neustart sollen Nachbarn helfen

Monatelang wurde verhandelt mit dem Park-Center in Berlin-Treptow. Jetzt konnte aus der Zwischenlösung ein fester Mietvertrag entstehen – an anderer Stelle im Center. Nun sind Ehrenamtler gefragt.

Von Simone Jacobius

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Seit dem Frühjahr 2022 ist das KungerKiezTheater, das seinen Schwerpunkt auf Kinder- und Jugendstücke legt, in einem Einkaufszentrum im Treptower Norden untergebracht. Doch das „Park Center Treptow“ wird jetzt umfassend saniert. Hinzukommt, dass die Räume des Theaters von Anfang an nur als Zwischenlösung gedacht waren.

In den vergangenen Monaten suchten die KungerKiezInitiative e.V., die Projektträgerin des KungerKiezTheaters ist, gemeinsam mit vielen Menschen in Politik und Verwaltung, nach einer Lösung, um die Angebote des Theaters an diesem Ort zu erhalten. Anfang Dezember konnte schließlich ein neuer Mietvertrag unterzeichnet und Ende des Monats bereits ein Bauantrag für den Ausbau der neuen Räume gestellt werden.

Mietvertrag über zehn Jahre unterschrieben

Für die neuen Theaterräume werden jetzt drei Ladenlokale auf der Seite der Elsenstraße im 1. Obergeschoss zusammengelegt. Es wird eigene Toiletten geben, eine kleine Probebühne und auch einen direkten Zugang von Außen, der auch Aufführungen am Sonntag möglich macht. Der Mietvertrag gilt erst einmal für die nächsten zehn Jahre. Diese Sicherheit ist auch nötig, investiert der Verein doch viel Geld und Arbeit.

Wir vertrauen wieder auf die starke ehrenamtliche Unterstützung der Menschen im Kiez.

Cordula Beyer von der KungerKiezInitiative

Für die Finanzierung laufen Förderanträge bei unterschiedlichen Institutionen. „Aber wir vertrauen hier auch wieder auf die starke ehrenamtliche Unterstützung der Menschen im Kiez in Form von Expertise, handwerklichen Tätigkeiten und Spenden“, sagt Cordula Beyer von der KungerKiezInitiative. Unter anderem müssen neue Wände gesetzt, Toiletten gebaut, eine neue Elektrik verlegt, Traversenkonstruktionen und Bühnenteile angepasst werden. Wer finanziell, tatkräftig oder auch mit dem Kauf von Gutscheinen oder ähnlichem unterstützen möchte, kann sich hier orientieren.

Noch bis zum 31. Januar gibt es an alter Stelle ein Programm für Klein und Groß. Ab dem 7. Februar wird dann abgebaut. Wie lange sich die Arbeiten hinziehen, kann die KungerKiezInitiative noch nicht sagen, denn der Bauantrag ist zwar gestellt, aber noch nicht bewilligt. „Wir rechnen damit, dass die Arbeiten sich bis in den Herbst ziehen, wir aber ab Mai bereits wieder spielen können“, sagt Cordula Beyer von der Initiative.

Übrigens ist die Geschichte des Theaters eine echte Erfolgsgeschichte: Mehr als 30.000 Menschen besuchten in den letzten drei Jahren die etwa 700 Vorstellungen. In der Woche sind es vor allem Schul- und Kitagruppen, am Wochenende Familien. „Das KungerKiezTheater ist so inzwischen viel mehr als nur ein professionelles Theater – es ist auch ein Ort der Begegnung, des Austauschs und des Miteinanders. Ein Theater mittendrin, das Unterhaltung mit Haltung bietet. Nachhaltig, hintergründig und engagiert“, heißt es von der KungerKiezInitiative.

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