Update

Berlin-Lichterfelde : "Übelkeit und Erbrechen": Verdrecktes Wasser im Polizeirevier

Toiletten, Duschen, Teeküchen - bei der Polizei in Lichterfelde warnen Schilder vor dem Trinken des Wassers. Das wird nun untersucht.

Hände waschen ja, trinken nein.
Hände waschen ja, trinken nein.Foto: privat, Kitty Kleist-Heinrich

Die Berliner Polizei ist nicht ganz sauber - oder besser: deren Wasserleitungen. Am Standort Augustaplatz in Berlin-Lichterfelde dürfen Polizeikräfte des SEK seit Montag kein Wasser mehr aus dem Wasserhahn trinken.

Entsprechende Warnschilder wurden am Montag auf dem Polizeiabschnitt aufgehängt, nachdem "rund 20 Meldungen eingegangen sind, in denen Kollegen nach dem Wasserkonsum über Übelkeit und Erbrechen klagten". Das erfuhr der Tagesspiegel aus Polizeikreisen.

Im Polizeipräsidium ist der Fall bekannt, allerdings ist dort nur von zwei Polizeibeamten die Rede, "die über Unwohlsein klagten". Dem Tagesspiegel teilte das Polizeipräsidium auf Anfrage mit: "Ein Zusammenhang mit dem Genuss von Leitungswasser der beiden Kollegen in dem Gebäude auf dem Gelände am Augustaplatz konnte nicht ausgeschlossen werden." Techniker und fürs Haus Zustände seien informiert. "An allen Türen der Toiletten, Duschen und Teeküchen wurde ein Aushang mit dem Hinweis 'Wasser nicht nutzen“ aufgehängt'. Trinkwasserproben sollen jetzt genommen und untersucht werden.

Innenpolitiker Tom Schreiber, SPD, reagierte so: "Unfassbar!" - "Der Staat pfeift auf seine eigene Fürsorgepflicht?"

Auch der Landesvorsitzende der Polizeigewerkschaft GdP in Berlin, Norbert Cioma, äußerte sich am Donnerstag zu dem Fall: "Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass auf zahlreichen Dienststellen der Berliner Polizei eine Flüssigkeit aus dem Hahn kommt, die nicht nur farblich, sondern auch schwermetalltechnisch Fragen aufwirft." Die Beamten hätten im Verdachtsmoment die richtigen Schritte eingeleitet und ihre Kollegen darüber informiert.

"Wir sind auf die Untersuchungsergebnisse gespannt und erwarten von der Behördenleitung, dass den Kollegen und auch den Personalvertretungen zeitnah detaillierte Ergebnisse vorgelegt werden sowie bis zur Klärung Trinkwasser bereitgestellt wird", so Cioma. "Sollte sich ein Zusammenhang zwischen den gesundheitlichen Beschwerden und der Trinkwasserqualität am Augustaplatz bestätigen, sind umgehend Maßnahmen zu ergreifen."

+++

Lesen Sie mehr aus den Bezirken, von Steglitz-Zehlendorf bis Reinickendorf, von Spandau bis Pankow - kostenlos unsere "Leute"-Newsletter bestellen unter www.tagesspiegel.de/leute

Autor

5 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben