• Diebstahl von Goldmünze im Bode-Museum: Staatsanwalt fordert Gefängnisstrafen für alle Angeklagten
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Diebstahl von Goldmünze im Bode-Museum : Staatsanwalt fordert Gefängnisstrafen für alle Angeklagten

Sie sollen für den spektakulären Raub der „Big Maple Leaf“ aus dem Bode-Museum verantwortlich sein. Nun drohen den vier Beschuldigten Haftstrafen.

Kerstin Gehrke
Die 100 Kilogramm schwere Goldmünze «Big Maple Leaf» hier noch im Bode-Museum in Berlin.
Die 100 Kilogramm schwere Goldmünze «Big Maple Leaf» hier noch im Bode-Museum in Berlin.Foto: dpa

Im Fall der spektakulär aus dem Bode-Museum gestohlenen Goldmünze „Big Maple Leaf“ hat der Staatanwalt auf langjährige Gefängnisstrafen plädiert. Für zwei der Angeklagten forderte er sieben Jahre Haft, für die beiden weiteren Strafen von sechs beziehungsweise fünf Jahren.

Aufgrund der zusammengetragenen Spuren gebe es aus seiner Sicht keinen Zweifel, das die vier 21- bis 25-Jährigen für den dreisten Coup verantwortlich seien. „Sie sind sehr professionell, gezielt und gut informiert vorgegangen“, hieß es im Plädoyer am Montag vor dem Berliner Landgericht. Der Ankläger beantragte zudem die gesamtschuldnerische Einziehung des Wertes der Beute in Höhe von rund 3,75 Millionen Euro.

Drei der Angeklagten gehören zur polizeibekannten arabischstämmigen Großfamilie R. Sie sollen in der Nacht zum 27. März 2017 durch ein Fenster der Herren-Umkleidekabine im zweiten Stock in das Museum eingestiegen sein. Mit einem Rollbrett, einer Schubkarre und einem Seil hätten sie die 100 Kilogramm schwere Münze zu einem Auto geschafft.

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Der vierte Angeklagte soll als damaliger Wachmann im Museum wichtige Hinweise gegeben und die Einbrecher mit Insiderwissen versorgt haben. Von „Big Maple Leaf“ mit einem damaligen Goldwert von rund 3,75 Millionen Euro fehlt seitdem jede Spur. Ermittler vermuten, dass das Goldstück zerstückelt und verkauft worden ist.

Der Vorwurf des gemeinschaftlichen Diebstahls in einem besonders schweren Fall habe sich aus seiner Sicht bestätigt, so Staatsanwalt Thomas Schulz-Spirohn. In der Gesamtschau der Indizien bleibe „kein Zweifel“.

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Es sei ein Bild, „das sich aus Mosaiksteinchen zusammensetzt“. So seien an einer Vielzahl von Kleidungsstücken, die den Angeklagten zuzuordnen seien, Goldpartikel gefunden worden.

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Wegen ihres hohen Reinheitsgehaltes könnten die Teilchen nur von der gestohlenen Münze stammen. Auch in einem Auto, das einer der Männer genutzt habe, seien Goldpartikel entdeckt worden. Zudem gebe es Überwachungsvideos vom Hackeschen Markt sowie Erkenntnisse aus Telefonüberwachungen.

Die Angeklagten, die sich in Freiheit befinden, haben zu den Vorwürfen geschwiegen. Ihre Verteidiger sollen ab 27. Januar plädieren. Mit einem Urteil wird nach derzeitigen Planungen für den 20. Februar gerechnet.

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