Ehemaliges Frauengefängnis Lichterfelde : Theater und Tapas im Knast

Sieben Künstlergruppen setzen sich vom 19. bis 21. April im Ex-Frauengefängnis mit dem Thema "Schule der Moral" auseinander.

Das ehemaligen Frauengefängnis in Lichterfelde.
Das ehemaligen Frauengefängnis in Lichterfelde.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Sieben Künstlergruppen und die „Schule der Moral“: Die beiden Nachwuchs-Regisseurinnen Viviana Medina und Lara Magdalena Tacke von der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch vermissten „eine Plattform für skizzenhafte und unfertige Arbeiten, die zum Erproben neuer Formate einlädt“. Also gründeten sie „Theater und Tapas“. Vom 19. bis 21. April haben sie sieben Künstlergruppen in das ehemalige Frauengefängnis Lichterfelde SOEHT 7 eingeladen, sich in 15-minütigen Performances mit dem Thema „Schule der Moral“ auseinanderzusetzen.

Die beiden Initiatorinnen sind „regelmäßig umgehauen von dem Talent unserer Freunde und Kommilitonen sei es aus Kostümbild, Musik oder Schauspiel“. Die Zuschauer bewegen sich frei durch die Gefängnisarchitektur. Die dargebotenen Arbeiten finden in den Zellen, den Gängen, dem Kuppelsaal und im Sträflingshof der ehemaligen Haftanstalt statt. Alle sieben Performances werden gleichzeitig, in verschiedenen Räumen und sieben Mal in Folge gezeigt.

In den Pausen zwischen den Performances serviert das Kochkollektiv „La Vie en Toast“ je einen Gang thematisch abgestimmter Tapas. Die Vorstellungen beginnen jeweils um 19 Uhr, die Karten kosten inklusive Essen 18 Euro (15 Euro ermäßigt) und können online auf www.theaterundtapas.de geordert werden. Das Frauengefängnis Lichterfelde finden Sie in der Söhtstraße 7.

Die beiden Kuratorinnen und Regisseurinnen sind mit professioneller Leidenschaft bei der Theater-Sache. Sie schreiben: „Regie ist eine Männerdomäne, Produktion ist eine Männerdomäne. Nur 22 Prozent der Intendanzen sind weiblich besetzt. Wir sind dabei, das zu ändern!“, sagen sie.

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