• Ein Jahr nach dem SUV-Unfall in Berlin: Mahnwache an der Invalidenstraße für die vier Toten

Ein Jahr nach dem SUV-Unfall in Berlin : Mahnwache an der Invalidenstraße für die vier Toten

Eine Minute für jedes Opfer: Mit vier Schweigeminuten erinnerten Berliner am Sonntag an die vier Fußgänger, die vor einem Jahr bei einem SUV-Unfall starben.

Eine Frau legt bei der Mahnwache zum Jahrestag des SUV-Unfalls in der Invalidenstraße Blumen auf den Boden.
Eine Frau legt bei der Mahnwache zum Jahrestag des SUV-Unfalls in der Invalidenstraße Blumen auf den Boden.Fabian Sommer/dpa

An diesem Ort starben vier Menschen. Sie standen an der Ecke von Invalidenstraße und Ackerstraße, mitten in Berlin, als ein Geländewagen mit hoher Geschwindigkeit auf den Gehweg donnerte.

Ein Jahr später erinnerten am Sonntag Berlinerinnen und Berliner bei einer Mahnwache an den schweren Unfall und gedachten der vier Opfer. Um 12 Uhr begann die Veranstaltung, zu der unter anderem der Verein Fuss e.V. und der Fahrradclub ADFC aufgerufen hatten. Nach einer Dreiviertelstunde gingen die Menschen wieder auseinander.

Während der Veranstaltung schwiegen die Teilnehmenden für vier Minuten, wie Fuss e.V. auf Twitter berichtete. „Man kann Menschen nicht zurückholen. Aber es ist unsere Pflicht dafür zu sorgen, dass es sich nicht wiederholt“, schrieb der Verein Changing Cities. Auf den Boden legten sie Blumen und Pappfiguren, die die getöteten Menschen symbolisieren sollten. Auch der Bezirksbürgermeister von Mitte, Stephan von Dassel (Grüne), kam zu der Mahnwache.

Bei dem Unfall am 6. September 2019 starben ein Paar, 28 und 29 Jahre, ein dreijähriger Junge und dessen 64-jährige Großmutter. Der Fahrer des Wagens hatte einen Krampfanfall. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind noch nicht abgeschlossen.

Der Fall sorgte deutschlandweit für großes Aufsehen und löste eine Debatte über PS-starke Autos wie SUVs im Straßenverkehr aus. In Berlin gründeten Anwohner eine Initiative, um den Verkehr im Areal um die Invalidenstraße zu beruhigen.

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Der Berliner Senat setzte daraufhin eine Projektgruppe ein. Diese wurde zwischenzeitlich abgesagt, dann aber wieder aufgenommen. Zuletzt beschloss der Senat ein Tempo-30-Limit und einen geschützten Radweg.

In Berlin kommt es immer wieder zu schweren Verkehrsunfällen, bei denen Fußgänger und Radfahrer ums Leben kommen. In diesem Jahr sind bereits 14 Radfahrer durch Verkehrsunfälle gestorben, das sind mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2019. (Tsp)

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