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Ein Zug fährt zwischen den Stationen Jungfernheide und Westhafen.

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Einsteigen, bitte!: Die Berliner Ringbahn in Bildern

Vor 150 Jahren wurde die erste Ringhälfte eröffnet. Die wechselvolle Geschichte der Strecke sieht man ihr heute nicht mehr an. Und im kommenden Jahr steht das nächste Jubiläum an. Eine Zeitreise in Bildern.

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Ringbahn-Jubiläum? Das könnte man im kommenden Jahr schon wieder feiern, denn in der 150-jährigen Geschichte von Berlins größtem Karussell steht der 15. Juni 2002 dem 17. Juli 1871, als die erste Ringhälfte eröffnet wurde, nur wenig nach. Genau 20 Jahre ist es im kommenden Sommer her, dass der Ring wieder das wurde, was er 41 Jahre lang nur dem Namen nach war: ein Ring.

Der letzte Lückenschluss des nach dem Mauerbau zerteilten, nun wieder zusammengeschmiedeten Rundkurses wurde damals groß gefeiert. Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig, Bahnchef Hartmut Mehdorn und der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit waren eigens zum Bahnhof Westhafen gekommen – und mit ihnen Tausende von S-Bahn-Fans, sodass die Station kurz vor der Zeremonie wegen Überfüllung geschlossen werden musste. Klar, dass auch der Premierenzug auf dem nun in Betrieb genommenen Schlussteilstück nach Gesundbrunnen rappelvoll war.

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Die politische Entwicklung hatte damit wieder zusammengefügt, was sie Jahrzehnte zuvor zerstückelt hatte. Diese Abhängigkeit von nationalen, ja globalen Umbrüchen hatte die Ringbahn wiederholt erlebt. Man nehme nur die NS-Zeit: Aus den Germania-Plänen ist zum Glück nichts geworden, darin war ein zehngleisiger Ausbau der Ringbahn vorgesehen, wie man etwa aus dem neuen Buch „Die Berliner Ringbahn“ des Berliner SPD-Abgeordneten Sven Heinemann, einem der medialen Reflexe des Jubiläums, erfährt (VGB Verlagsgruppe Bahn, 336 S., ca. 400 Abb., 49,99 Euro, ab 21. Juli).

In die Schreckensjahre der Hitler-Diktatur fällt dennoch das dunkelste Kapitel ihrer Geschichte: Vom Güterbahnhof Moabit – dort hatte diese Geschichte1871 begonnen – wurden etwa 30.000 jüdische Menschen deportiert.

Als das „Tausendjährige Reich“ in Trümmer sank, war auch mit dem Kreisverkehr erst mal Schluss, aber schon Weihnachten 1945 hatte man den Ring wieder komplettiert. Nach dem 17. Juni 1953 gab es wieder eine, diesmal einmonatige Unterbrechung: Die endgültige Teilung der Stadt deutete sich an, am 13. August 1961 wurde sie vollzogen. Immerhin fuhr die S-Bahn unter Ost-Berliner Regie im Westen weiter, wenn auch ihre Popularität arg gesunken war. „Der S-Bahn-Fahrer zahlt den Stacheldraht“ – mit solchen Slogans wurde, auch vom Regierenden Bürgermeister Willy Brandt, zum Boykott der S-Bahn aufgerufen, und viele hielten sich daran.

Mit dem Reichsbahner-Streik 1980 endete für rund 13 Jahre der Betrieb auf dem Westteil des Rings. Andere Folgen des Streiks sind noch heute zu sehen, etwa auf der erst jetzt zur Reaktivierung vorgesehenen Siemensbahn. Nicht aber auf der nach der Wende peu à peu wieder zusammengefügten und runderneuerten Ringbahn, deren Gegenwart und jüngere Vergangenheit auf dieser Seite fotografisch dokumentiert wird. Es sind Aufnahmen aus dem Alltag einer für das Funktionieren der Stadt unentbehrlichen S-Bahnstrecke, was stets dann überdeutlich wird, wenn es doch mal wieder zu Störungen im Betriebsablauf kommt.

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Einmal rund um Berlin – die Ringbahn in Bildern

Wieder ein Ring: Seit 13. August 1961 war die Ringbahn getrennt, am 15. Juni 2002 erfolgte die Wiedervereinigung. „Mit der Inbetriebnahme der Strecke von Westhafen bis zur Schönhauser Allee konnte der Ring erstmals nach knapp 41 Jahren wieder komplett befahren werden“, heißt es auf der Webseite der S-Bahn zur diesem historischen Tag.

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Feierliche Wiedereröffnung des Berliner S-Bahnrings auf dem Bahnhof Westhafen. Im Hintergrund ein Zug der Baureihe 485 in roter Ursprungslackierung.

© imago/Jürgen Heinrich

Schon im Jahr zuvor gab es Grund zu feiern: Der damalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, und Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (beide SPD) anlässlich der Wiederaufnahme des Verkehrs der S-Bahn zwischen Gesundbrunnen und Schönhauser Allee am 17. September 2001.

© imago stock&people/Thomas Lebie

Kleiner Abstecher: Blick von der Bösebrücke am Bahnhof Bornholmer Straße auf einen Zug der Reichsbahn (1990). Der Bahnhof befindet sich nördlich des S-Bahnrings zwischen den Stationen Gesundbrunnen und Schönhauser Allee.

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Baustelle Nordkreuz. Der Berliner sagt lieber Gesundbrunnen (hier im Herbst 2000).

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Linksrum oder rechtsrum? Ein Streckenplan informiert über den Verlauf der Ring-Linien S41 und S42 auf dem Bahnhof Schönhauser Allee.

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Zeitreise ins Jahr 1979: Blick auf den S-Bahnhof Prenzlauer Allee.

© ddrbildarchiv.de / Bonitz / picture-alliance/ ZB

Wenn bei der S-Bahn gebaut wird, heißt es für Fahrgäste oft: Ersatzbusse statt Züge. Hier Sanierungsarbeiten in Prenzlauer Berg im April 2014.

© imago stock&people/Seeliger

Vom Rostkreuz zum Ostkreuz: Nach zwölf Jahren Bauzeit wurde das Bahnprojekt Ostkreuz 2018 fertig. An dem großen Umsteigebahnhof halten unter anderem S-Bahnen der Ring- und Stadtbahn, Regional- und Fernzüge.

© Gregor Fischer/picture alliance/dpa

In anderem Licht: Schattenspiel an der Treppe von Bahnsteig F (Ringbahn) zum Bahnsteig D (Stadtbahn).

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Wahrzeichen des Bahnhofs Ostkreuz: Der bekannte Wasserturm entstand zwischen 1909 und 1912 und steht noch heute.

© imago images/Jürgen Ritter

Auch das kommt vor: Züge fallen aus oder kommen verspätet. Was dahinter steckt, erklären wir Ihnen in diesem Text:

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Südlicher Ring: Der Eingang an der Saalestraße zum S-Bahnhof Neukölln.

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Schöneberger Wahrzeichen: Der Gasometer auf dem Euref-Campus. Erst kürzlich hatte die Bezirksverordnetenversammlung beschlossen, dass die denkmalgeschützte Stahlkonstruktion ausgebaut werden darf.

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Bolzplatz. Ringbahn-Kickern in der S42 im Sommer 2014.

© imago images/POP-EYE

Kaum wiederzuerkennen: Der Bahnhof Halensee im Jahr 1956. Heute betritt man den Bahnhof von der Brücke am Ku’damm aus, neben den Gleisen wurde ein großer Baumarkt eröffnet.

© Bildarchiv der Eisenbahnstiftung / Slg. Erich Preuß/ picture alliance / ZB

Gleich mehrere bekannte Bauten gibt es am Westkreuz zu sehen: Im Vordergrund das seit 2019 denkmalgeschützte Internationale Congress Centrum (ICC). Im Hintergrund zu erkennen sind der Funkturm sowie rechts der Turm des RBB-Fernsehzentrums an der Masurenallee.

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Reste des Eingangsportals zum ehemaligen Güterbahnhof Charlottenburg – nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen S-Bahnhof – in der Sophie-Charlotten-Straße an der Ringbahntrasse. (Aufnahme von 2014)

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Nah am Wasser gebaut: Ein Schwergutshuttle der Berliner Hafen- und Lagerhaus Gesellschaft BEHALA befördert eine rund 500 Tonnen schwere Gasturbine vom Siemens Gasturbinenwerk in Moabit zur weiteren Verschiffung in den Westhafen. Im Bild unterquert das Spezialschiff die Brücke der Ringbahn.

© imago/Jürgen Heinrich

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