Feuer im Fußballfanzug : Defekte Heizung löste den Brand aus, nicht Pyrotechnik

Drei Monate nach dem Feuer in dem Fanzug auf der Stadtbahn steht die Ursache fest: Die Heizung war defekt. Zuvor war über zündelnde Fans spekuliert worden.

Der brennende Sonderzug am S-Bahnhof Bellevue. Die Fans des SC Freiburg wollten damit zurück nach Hause fahren.
Der brennende Sonderzug am S-Bahnhof Bellevue. Die Fans des SC Freiburg wollten damit zurück nach Hause fahren.Foto: dpa

Die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) hat nach dem Brand in einem Fußballsonderzug jetzt einen vorläufigen Bericht vorgelegt. Demnach ist das Feuer eindeutig durch einen technischen Defekt entstanden und nicht durch Pyrotechnik. Der Waggon des Fußballsonderzuges war im Oktober auf der Stadtbahn in Höhe des S-Bahnhofs Bellevue völlig ausgebrannt. Drei Personen wurden leicht verletzt. In dem Zug saßen 700 Fans des SC Freiburg, die nach einem Spiel beim 1. FC Union Berlin nach Hause wollten.

Der Zug gehörte einem privaten Anbieter derartiger Sonderfahrten, der "Centralbahn". Das Unternehmen hatte am Tag nach dem Brand Verwirrung mit einer Stellungnahme ausgelöst. In der hieß es, dass ein technischer Defekt ausgeschlossen sei, "da der Brand offensichtlich im Innern eines Abteils in der Wagenmitte ausgebrochen ist, wo es keine Technik gibt". Wiederum einen Tag später zog die Centralbahn diese vorschnelle Behauptung zurück, zu offensichtlich war ein technischer Defekt an dem 66 Jahre alten Waggon. In dem Zwischenbericht des für Eisenbahnunfälle zuständigen Amtes heißt es: "Der BEU liegen keine Erkenntnisse vor, dass das Ereignis auf die Einwirkung Dritter zurückzuführen ist."

Grund des Feuers: Die elektrische Heizung schaltete nicht automatisch ab

Ausgelöst wurde das Feuer, weil die elektrische Heizung nicht automatisch abschaltete. Sie heizte weiter, bis das Wasser in den Rohren verdampft war, dann gab es einen Kurzschluss. Wieso sich das Feuer dann in der Decke des Waggons so schnell ausbreitete, müsse nach Angaben der BEU noch weiter untersucht werden. Die BEU stellte fest, dass es in dem Waggon keinen Übertemperaturschutz gab, dies sei angesichts des Alters aber normal. Eine Pflicht zur Nachrüstung habe es nicht gegeben.

Im Stadion hatten die Fans zuvor gezündelt

Die Diskussion über Pyrotechnik als Brandursache hatte ausgerechnet die Centralbahn angefacht, und zwar mit diesem Satz in der ersten Stellungnahme: "An der Spekulation, ob Bengalos der Auslöser des Brandes in dem Abteil waren, wird sich die Centralbahn AG nicht beteiligen." Tatsächlich hatten die Fans schon vor und während des Spiels gegen Union im Stadion An der Alten Försterei Bengalos gezündet. Schon in der Brandnacht hatten die Fans dementiert, dass in dem Zug Pyrotechnik gezündet worden sei und auf die völlig überhitzte Heizung verwiesen.

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Die Ursache war so eindeutig, dass die BEU überraschend schnell den Bericht vorlegen konnte. Das Großfeuer in einem Zug der Niederbarnimer Eisenbahn im Januar 2016 ist immer noch nicht völlig geklärt. In diesem Fall hatte die Bundesstelle erst vor wenigen Tagen, also nach vier Jahren, einen ersten Bericht vorgelegt, der nur aus wenigen Seiten besteht. Der moderne Triebwagen brannte demnach durch eine Überhitzung in der Elektrik ab, Details werden nicht genannt.

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