zum Hauptinhalt
Altes Stadthaus

© promo

SPD und Linke einigen sich bei der geplanten Umgestaltung des Molkenmarkts und des Klosterviertels. Der Straßenumbau ist für 2013 bis 2014 geplant.

Der Molkenmarkt und das angrenzende Klosterviertel in Mitte gehören zu den ältesten Teilen Berlins, doch zu sehen ist davon nur noch wenig – die Gegend ist geprägt vom Autoverkehr mit bis zu 70 000 Fahrzeugen pro Tag. Jetzt haben sich SPD und Linke nach langen Auseinandersetzungen auf Details der Neugestaltung geeinigt. Damit soll die Aufenthaltsqualität erhöht und die historische Bedeutung wieder erkennbar werden.

Die Pläne der SPD hätten „keine freie Sicht auf das alte Stadthaus und Grünflächen im Hof vorgesehen“, sagte der baupolitische Sprecher der Linken im Abgeordnetenhaus, Thomas Flierl. „Wir sind daher froh, diese Forderungen in der Verhandlung durchgesetzt zu haben.“

Insgesamt sollen vier Häuserblöcke entstehen, einer davon auf dem unbebauten Gelände vor dem Alten Stadthaus. Dort ist auch ein begrünter Platz geplant, die Sichtachse auf das Stadthaus soll frei bleiben. In dem Baudenkmal residieren die Innenverwaltung und das Landesdenkmalamt, frühere Nutzer waren der Ost-Berliner Magistrat und der DDR-Ministerrat.

Die SPD setzte einige Ideen für das Klosterviertel durch. Es geht zum einen um eine Dependance des Evangelischen Gymnasiums zum Grauen Kloster, das einst dort ansässig war. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude zerstört, heute liegt die Schule in Schmargendorf. Außerdem werden der Jüdenhof und der Französische Kirchhof „in kleinen Parzellen“ rekonstruiert. Die Neubauten sollen an den äußeren Rändern gewerblich genutzt werden – für Läden, Büros oder Hotels. In den rückwärtigen Teilen sind Wohnungen geplant, auch eine Mischnutzung mit kleineren Betrieben gilt als möglich. Wer die Häuser baut und wer einzieht, steht noch nicht fest. Auch die Finanzierung sei ungeklärt, sagte Flierl.

Grünen-Fraktionschefin Franziska Eichstädt-Bohlig nannte den Kompromiss der rot-roten Landesregierung „überfällig“ und forderte, die Straßen „so schlank wie möglich“ zu gestalten. Sie dürften nicht mehr „als Autorennbahn missbraucht“ werden. Laut Stadtentwicklungsverwaltung soll der Autoverkehr durch Fahrbahnumbauten auf dem Mühlendamm und der Grunerstraße auf täglich 45 000 bis 50 000 Fahrzeuge reduziert werden.

Der Bebauungsplan wird zum Tag des offenen Denkmals am 12. und 13. September in einem „Geschichtsparcours“ im Jüdenhof gezeigt. Am 14. September startet die öffentliche Auslegung der Pläne in der Stadtentwicklungsbehörde (Am Köllnischen Park 3). Das Abgeordnetenhaus soll 2010 zustimmen und die Grundstücksvermarktung 2011 folgen. Der Straßenumbau ist für 2013 bis 2014 geplant. 

Zur Startseite