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Gemeinsam mit dem Regierenden: Auch Berlins Bildungssenatorin spielte in der Stromkrise Tennis
Während 45.000 Berliner Haushalte am Sonnabend im Dunkeln sitzen, spielen Kai Wegner und Katharina Günther-Wünsch Tennis. Das hat die Senatskanzlei dem Tagesspiegel bestätigt.
Stand:
Nicht nur Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) gönnte sich am Tag des folgenschweren Stromausfalls im Berliner Südwesten eine Partie Tennis. Auch ein weiteres Mitglied der Berliner Landesregierung nahm sich mitten in der schweren Krise eine sportliche Auszeit.
Tagesspiegel-Informationen zufolge begleitete Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU), die Lebensgefährtin Wegners, den Regierenden und spielte mit ihm gemeinsam Tennis. Auf Nachfrage bestätigte Senatssprecherin Christine Richter, beide hätten zusammen für eine Stunde Sport getrieben.
Günther-Wünsch selbst, die mit dem Regierenden offiziell seit Herbst 2023 liiert ist, hatte eine Tagesspiegel-Anfrage wenige Stunden zuvor noch abgewimmelt. Sie sei in einem Termin, erklärte Günther-Wünsch wortkarg am Telefon und beendete das Gespräch schroff. Eine Bestätigung der gemeinsamen Tennis-Partie mit Wegner war von ihr auch später nicht zu bekommen.
Aufgeflogen waren die beiden durch weitere Nutzer der Tennishalle, die sich in der Nähe von Wegners Wohnsitz in Kladow befindet. Mehrere Personen seien sich sicher gewesen, die beiden dort am Samstagnachmittag zusammen gesehen zu haben, hieß es am Mittwoch. In CDU-Kreisen war die Rede davon, Günther-Wünsch habe ein Foto der gemeinsamen Auszeit in ihrem WhatsApp-Status veröffentlicht.
Wegner: Wollte „den Kopf freikriegen“
Am Mittwochnachmittag war bekannt geworden, dass der Regierende nur wenige Stunden nach dem mutmaßlich linksextrem motivierten Anschlag auf das Berliner Stromnetz vom Samstagmorgen zum Tennisspielen gefahren war. Er habe „den Kopf freikriegen“ wollen, sagte Wegner dazu in einem Fernsehinterview.
Zuvor hatte er nach heftiger Kritik an seinem Fernbleiben vom betroffenen Gebiet am Sonntag erklärt: „Ich war zuhause, habe mich in meinem Büro zuhause eingeschlossen, im wahrsten Sinne. Und habe dann koordiniert.“
Günther-Wünsch, die dem Senat genau wie Wegner seit der Wiederholungswahl 2023 angehört, war am Samstag ebenfalls als Krisenmanagerin gefragt. Rund 20 Schulen und zahlreiche Kitas mussten von Montag an schließen, weil sie weder Strom noch Heizung hatten. Tausende Kinder und deren Familien waren und sind betroffen, Notbetreuungen gab es nicht für alle Standorte. Viele Schulen werden erst am kommenden Montag wieder öffnen.
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