Höchste Gefahrenstufe : Bereits 26 Waldbrände in Brandenburg registriert

Drei Landkreise rufen wegen der Trockenheit die höchste Gefahrenstufe aus. Das weckt Erinnerungen an die Brände im vergangenen Jahr.

Feuerwehrleute versuchen Anfang April einen Waldbrand bei Wandlitz zu löschen.
Feuerwehrleute versuchen Anfang April einen Waldbrand bei Wandlitz zu löschen.Foto: Julian Stähle/dpa-Zentralbild/dpa

In den drei Brandenburger Landkreisen Havelland, Potsdam-Mittelmark und Dahme-Spreewald gilt für Sonntag Waldbrand-Gefahrenstufe fünf: „sehr hohe Gefahr". Das Agrarministerium in Potsdam warnt, das gute Wetter über die Ostertage werde für den Wald gefährlich.

Die letzten drei Wochen habe es vielerorts keinen Niederschlag mehr gegeben. Trotz der kalten Nächte sei es in den vergangenen Tagen bereits zu 26 Waldbränden gekommen, meist durch Unachtsamkeit. In einigen Fällen ermittele die Polizei wegen des Verdachts auf Brandstiftung. Insgesamt 4,5 Hektar wurden durch Waldbrände bereits beschädigt. In den anderen elf Landkreisen Brandenburgs herrscht Warnstufe vier - „hohe Gefahr".

Den Wäldern macht nicht nur die aktuelle Trockenheit zu schaffen. Auch die Dürre der Jahre 2018 und 2019 hat ihre Spuren hinterlassen. Durch die Trockenheit seien auch tiefere Bodenschichten ausgetrocknet, teilt das Ministerium mit. Die geringen Niederschläge im Winter hätten die Situation weiter verschlimmert.

Kameras sollen Waldbrände erkennen

2019 brannte es 417 Mal in Brandenburgs Forsten. Mehr als 13.000 Hektar Fläche standen in Flammen. 2018 hatte es 512 Mal auf insgesamt 1674 Hektar gebrannt. Insgesamt verfügt Brandenburg über rund 1,1 Millionen Hektar Wald.

Der Landesbetrieb Forst hat Kameras zur Waldbrandfrüherkennung eingeschaltet. Mit 106 Sensoren überwacht der Betrieb den Wald in Brandenburg. Die Messstationen melden frühzeitig Rauchentwicklungen über den Baumkronen.

Die Waldbrandsaison hat bereits angefangen

„Wenn das stabile Hochdruckwetter anhält und es wärmer wird, steigt die Waldbrandgefahr weiter“, sagte der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes Raimund Engel am Dienstag dem Tagesspiegel, „die Waldbrandsaison hat bereits angefangen.“

Für Abhilfe könnte ein Wetterumschwung sorgen. Am Montag soll es zwar laut dem Deutschen Wetterdienst deutlich abkühlen auf neun bis elf Grad – Regen bleibt aber die Ausnahme.

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Lediglich am Montag kann es vereinzelt Niederschläge geben, ansonsten soll es weiterhin trocken bleiben. Engel appellierte zur Eindämmung von Waldbränden an die Waldbesucher: „Jeder sollte aufmerksam sein und sofort die Feuerwehr rufen. Bei Waldbränden zählt jede Minute“.

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