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„Ich kiek mir deine Bilder zu gern an“: Sie will ein Praktikum, Gelbhaar schickt ein Flammen-Emoji zum Badeanzug-Foto
Vor einem Jahr verbreitete der RBB mit einem Bericht über Vorwürfe gegen Stefan Gelbhaar Falschnachrichten. Ein Chatverlauf offenbart jedoch Grenzüberschreitungen des Grünen-Politikers.
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Dieses Jahr hat die Grünen in Berlin, im Bund durchgeschüttelt, fast entzweit. Und der ehemalige Bundestagsabgeordnete Stefan Gelbhaar aus Pankow steht vor einem Scherbenhaufen. Er kam bei der Wahl im Februar nicht wieder ins Parlament, seine Partei verwehrte ihm die Kandidatur. Im November versuchte er ein Comeback.
Vor genau einem Jahr, zum Jahreswechsel 2024/25, veröffentlichte der RBB einen Beitrag über angebliche Vorwürfe junger Frauen, nach denen Gelbhaar sie sexuell belästigt habe. „Fake News beim RBB“ titelte etwa die „Süddeutsche Zeitung“ drei Wochen später. Denn der Tagesspiegel wies nach, dass der Sender sich bei den schwersten Vorwürfen täuschen ließ und journalistische Standards missachtete. Aber es war nicht alles gefälscht.
Gelbhaar bestreitet alle Vorwürfe, seine Anwälte sehen ihn in „weiten Teilen rehabilitiert“. Doch womöglich ist es keine Schwarz-Weiß-Geschichte zwischen Unschuld und Schuld, sondern eine in Grauzonen – wie so oft zwischen Menschen, gerade wenn Macht und Status ungleich verteilt sind.
Ein Chatverlauf, der dem Tagesspiegel vorliegt, dokumentiert nun erstmals, wie Gelbhaar, Jahrgang 1976, sich über mehrere Jahre mit einer 20 Jahre jüngeren Frau austauscht, die sich für die Grünen und ein Praktikum bei ihm interessiert. Und in dem sich ein Verhalten offenbart, das nicht strafbar ist. Aber war es angemessen?
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