• „Ihm gingen die Augen zu“: Augenzeuge im Monbijoupark beobachtete, wie 13-jähriger Junge starb

„Ihm gingen die Augen zu“ : Augenzeuge im Monbijoupark beobachtete, wie 13-jähriger Junge starb

Im Monbijoupark wurde ein 13-Jähriger von einem Unbekannten erstochen. Nun äußert sich ein Augenzeuge zu dem Fall. Er musste die Tat mit ansehen.

Eine Rose und eine Kerze wurden in der Unterführung zum Monbijoupark abgelegt.
Eine Rose und eine Kerze wurden in der Unterführung zum Monbijoupark abgelegt.Paul Zinken/dpa

In der Nacht zu Sonntag ereignete sich zwischen Monbijou- und James-Simon-Park in Berlin-Mitte ein schreckliches Unglück: Ein 13-jähriger syrischer Junge wurde erstochen. Nun berichtet ein Augenzeuge, der anonym bleiben möchte, von dem Abend. Er musste die Tat aus nächster Nähe mit ansehen.

Er sei mit Freunden in der Nähe gewesen, sagt er dem Tagesspiegel, als er Schreie und Streit gehört habe. Die Stimmen kamen aus dem Tunnel, der die beiden Parks miteinander verbindet. Er eilte mit seinen Freunden dorthin und sah, wie es passierte: Der Täter stach dem 13-Jährigen zweimal mit einem Messer in den Bauch. Die Gruppe rief einen Rettungswagen und die Polizei.

Aus der Gruppe, die mit dem Opfer in den Park gekommen war, hätten sich die meisten um den Jungen gekümmert, so der Zeuge. Der Täter sei hingegen ein paar Schritte aus dem Tunnel gegangen.

Daraufhin sei ein 22-Jähriger auf den Mann losgegangen. Er habe sich seine Jacke ausgezogen und sie sich zum Schutz um die Hand gewickelt. Der Täter stach ihm jedoch in die Schulter, sagt der Zeuge.

Ohne Hektik sei der Täter dann Richtung Hackescher Markt gegangen, „so, als wäre nichts gewesen, der rannte nicht." Er sei mindestens 30 Jahre alt gewesen, mit einer Halbglatze. Die äußerliche Beschreibung deckt sich mit den Angaben der Polizei, die den Täter jedoch auf Mitte 40 schätzt und angibt, dass er einen graumelierten Vollbart habe. Er habe eine dunkelgrüne Jacke getragen, „so ähnlich wie Moos“, sagt der Zeuge, und eine dunkle Hose. Außerdem habe er einen Rucksack dabei gehabt.

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Aus beiden Gruppen machten sich einige Personen auf den Weg, dem Mann zu folgen – dann, sagt der Zeuge, hätten sie jedoch zu große Angst bekommen. Sie seien zurückgegangen, um sich um die Verletzten zu kümmern. Für den 13-jährigen Jungen kam jede Hilfe zu spät. Der Zeuge sah, wie er starb. „Ihm gingen die Augen zu", sagt er. Notärzte, die kurze Zeit später am Tatort eintrafen, versuchten erfolglos, den Jungen wiederzubeleben.

Der Täter ist weiterhin flüchtig. Eine Mordkommission des Landeskriminalamts ermittelt nun in dem Fall und bittet um weitere Hinweise. Jeden, der etwas gesehen hat, bittet die Polizei, sich bei einer Polizeidienststelle oder bei der Mordkommission unter der Telefonnummer 030-4664-911777 zu melden.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes wurden weitere Einzelheiten der Tat geschildert. Wir haben sie entfernt.

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