Immobilienkonzern profitiert von hohen Mieten : Deutsche Wohnen steigert Gewinn

Der Immobilienkonzern hat seine Bilanz vorgelegt. Im laufenden Jahr will das wegen drastischen Mieterhöhungen in der Kritik stehende Unternehmen noch zulegen.

Das Logo des Immobilien-Anbieters Deutsche Wohnen klebt auf der Scheibe des Servicepoints des Unternehmens in Britz.
Das Logo des Immobilien-Anbieters Deutsche Wohnen klebt auf der Scheibe des Servicepoints des Unternehmens in Britz.Foto: dpa/Paul Zinken

Steigende Mieten vor allem in Berlin haben dem Immobilienkonzern Deutsche Wohnen zu deutlich mehr Gewinn verholfen. 2018 legte der operative Gewinn im Jahresvergleich um elf Prozent auf knapp 480 Millionen Euro zu, wie das MDax-Unternehmen am Dienstag in Berlin mitteilte. Vom guten Ergebnis sollen die Aktionäre profitieren: Das Management will die Dividende auf 87 Cent je Aktie erhöhen, nach 80 Cent im Vorjahr.

Im laufenden Jahr will der Konkurrent von Vonovia, LEG Immobilien und TAG Immobilien beim operativen Gewinn noch einmal zulegen. Das Unternehmen peilt bei dieser Kenngröße 535 Millionen Euro an.

Unter dem Strich blieben 2018 knapp 1,9 Milliarden Euro als Gewinn hängen. Das war ein Plus im Vergleich zum Vorjahr von fast sechs Prozent. Die Mieten stiegen auf vergleichbarer Basis um 3,4 Prozent, in Berlin sogar um 3,6 Prozent. Deutsche Wohnen vermietet bundesweit rund 160.000 Wohnungen und Gewerbeeinheiten. Rund 100.000 Wohnungen befinden sich in Berlin. Zum Portfolio gehören auch Pflegeheime.

Volksbegehren gegen die Deutsche Wohnen läuft an

Das börsennotierte Unternehmen ist bekannt für eine rigide Mieterhöhungsstrategie. In der kommenden Woche soll in Berlin ein Volksbegehren anlaufen, dass die Deutsche Wohnen und andere große Immobilienkonzerne enteignen will und ihre Wohnungen in den Landesbesitz überführen. Auch Grüne und Linke unterstützen das Anliegen, der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) lehnt die Forderung ab.

Deutsche-Wohnen-Vorstandschef Michael Zahn kritisiert das Vorhaben. "Ich kann auch bei viel Fantasie keinen Grund für Enteignungen sehen bei einem Unternehmen, dessen Wohnungen im Schnitt 60 Quadratmeter groß sind und für 580 Euro warm vermietet werden", sagt Zahn. Enteignung schaffe zwar derzeit viel Emotionen, aber keine einzige Wohnung. (Tsp/dpa)

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