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Das Café Mint im Tropenhaus des Botanischen Volksparks Blankenfelde.

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Tagesspiegel Plus

Kein Geld für einen teuren Neubau: Café Mint in Berlin-Pankow gibt endgültig auf

Das beliebte Café im Botanischen Volkspark Blankenfelde ist Geschichte. Der Betreiber sieht sich damit überfordert, die Auflagen des Hygieneamts zu erfüllen.

Von Christian Hönicke

Viele hatten es befürchtet, nun ist es traurige Gewissheit: Das beliebte „Café Mint“ im Botanischen Volkspark Blankenfelde schließt für immer. „Nach zehn intensiven und schönen Jahren verabschiedet sich Café Mint aus dem Volkspark und macht den Weg frei für neue, frische Ideen“, erklärte der Betreiber Tom Rolleston auf Tagesspiegel-Nachfrage.

Rolleston hatte angekündigt, wegen der unklaren Vertragsverhältnisse und vom Hygieneamt geforderter Umbauten Ende Februar eine Pause auf unbestimmte Zeit einzulegen. Die zuständige Stadträtin des Berliner Bezirks Pankow, Manuela Anders-Granitzki (CDU), hatte zuletzt erklärt, Verhandlungen über einen neuen Vertrag seien „auf einem guten Weg“.

Doch nun erklärte Rolleston die Verhandlungen für endgültig gescheitert. „Seitdem der Volkspark Ende 2021 zurück an den Bezirk gegangen ist und die Lebensmittelaufsicht einen langfristig adäquaten Gastronomiestandort fordert, war klar: Das Café kann nicht so weiter machen wie bisher“, sagte er. Man habe seit Ende 2021 mit dem Bezirksamt darum gerungen, „ob es eine Zukunft für das Café Mint im Volkspark geben kann“, so Rolleston. „Wir haben mehrere Optionen durchgespielt und Standorte besprochen. “ Doch es sei deutlich geworden, dass die bestehenden Gebäude im Park nicht für eine ganzjährige Gastronomie geeignet seien, „so wie wir sie betreiben möchten. Ein Neubau wäre nötig.“

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Laut Anders-Granitzki gab es einen konkreten „langfristigen“ Lösungsansatz: Das Café sollte aus Hygienegründen aus dem Tropenhaus in einen „Neubau in Holzpfahlbauweise“ umziehen. Als „Übergangsvariante“ sei erörtert worden, das Café provisorisch in einen aufgestellten Container zu verlegen. „Das wäre aus Sicht der Lebensmittelhygiene befristet genehmigungsfähig“, so Anders-Granitzki.

Für einen zeitnahen Neubau fehle dem Bezirk jedoch das Geld, daher sei eine private Finanzierung mit „erheblichen“ Investitionen durch das Café selbst nötig, sagte Rolleston nun. „Das sind Größendimensionen, die für unser Einzelunternehmen nicht realisierbar sind.“ Hinzu komme „die ungewisse Dauer des Planungs- und Genehmigungsprozesses“, man sei angesichts der vergangenen zehn Jahre ohne langfristige Perspektive bereits „zermürbt“. Erschwerend komme der Mangel an qualifiziertem Fachpersonal hinzu.

Die Entscheidung sei dem Team „unheimlich schwer gefallen“, erklärte Rolleston. „Wir haben viel Zeit, Kraft und Herzblut in das Café gesteckt und nicht unerheblich investiert. So etwas gibt man nicht leichtfertig auf.“ Fans des Café Mint bleibt immerhin die vage Hoffnung, dass es irgendwann an anderer Stelle weitergeht. „An einen anderen Standort zu ziehen, ist auf jeden Fall eine Option“, sagt Rolleston dazu. „Aber alles andere auch.“

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