Keylogger bei der Berliner Polizei : Beamter soll es auf Kaffeekasse abgesehen haben

Anscheinend gibt es nun doch kein schwerwiegendes Datenleck bei der Berliner Polizei. Das erklärte zumindest die IT-Staatssekretärin Sabine Smentek am Dienstag.

Im März wurde ein Keylogger an einem Dienstcomputer der Berliner Polizei entdeckt. Ein Beamter hatte ihn dort installiert. Warum?
Im März wurde ein Keylogger an einem Dienstcomputer der Berliner Polizei entdeckt. Ein Beamter hatte ihn dort installiert. Warum?Foto: Michael Kappeler/dpa

Bei einem Datenleck der Berliner Polizei soll es sich nur um einen üblen Scherz handeln. Diesen Eindruck versucht zumindest IT-Staatssekretärin Sabine Smentek (SPD) zu vermitteln. Nachdem der Tagesspiegel im September den Einsatz eines Spionagegerätes publik gemacht hatte, wollte der Ausschuss für Datenschutz des Abgeordnetenhauses mehr wissen. Denn auf einem Dienstcomputer in der Direktion Einsatz – bei den Hundertschaften – war im März ein Keylogger bemerkt worden. Das USB-Gerät war zwischen Tastatur und Computer geschaltet. Es dient dazu, die Eingaben an der Tastatur aufzuzeichnen.

Beamter wollte angeblich Kollegen narren

Nun erklärte Smentek: Ein Beamter hatte das Gerät beim PC seines Vorgesetzten installiert, um dann die Kaffeekassenliste zu verändern. Der Beamte soll Rückstände bei der Kaffeekasse gehabt haben. Mit dem Keylogger wollte er sich Zugang zur Excel-Datei des Kollegen verschaffen und bei sich eine Million Euro als Einzahlung in die Kaffeekasse eintragen, angeblich um den Kollegen zu narren.

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Der Keylogger soll, so hieß es im Ausschuss, Benutzername und Passwort des betroffenen Beamten abgefangen haben. Der Beamte, der den Keylogger installiert hat, sei geständig. Die Polizeiführung versucht den Fall herunterzuspielen: Es handle sich nur um Sanitäts-Beamte der Hundertschaften ohne Zugang zum Polizeidatensystem Poliks. Intern wird gespottet: Dann könne man ja von Glück reden, dass kein Spion am Werk war, der Daten von Berlinern ausspähen wollte. Die Datenschutzbeauftragte Maja Smoltczyk kritisierte, dass sie aus der Presse vom Keylogger erfuhr. Die Polizei müsste nach dem Gesetz die Datenschutzbeauftragte von sich aus informieren.

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