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Kinderklinik „bis aufs letzte Bett gefüllt“: Mehr und mehr Grippefälle in Berliner Krankenhäusern
Berliner Kliniken melden mehr Grippefälle – vor allem kleine Kinder und Ältere sind betroffen. Eine Impfung lohnt sich auch jetzt noch.
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Die Grippewelle ist in Berliner Krankenhäusern zunehmend zu spüren. An den Vivantes-Kliniken steigen die Fallzahlen seit Dezember, wie Pressesprecher Christoph Lang auf Anfrage mitteilte. Einen steilen Anstieg habe es jüngst aber nicht gegeben.
Die drei Standorte der DRK‑Kliniken zählen dieses Jahr bislang 50 Grippefälle mehr als im Vorjahreszeitraum (Stand 12. Januar), sagte Sprecherin Corinna Schwetasch. Viele davon würden aber in erster Linie wegen anderer Beschwerden behandelt und nicht wegen der Grippe. Vereinzelt gebe es Fälle auf der Intensivstation, vor allem Menschen mit Vorerkrankungen seien betroffen.
Nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lageso) ist die Influenza-Viruslast des Typs A im Abwasser in den vergangenen drei Monaten um 15 Prozent gestiegen (Stand 12. Januar). Die Zahl der gemeldeten Fälle liegt über dem Mittelwert der vergangenen fünf Jahre.
Impfung dringend empfohlen
An den Vivantes-Häusern müssen nach Angaben von Lang vor allem ältere und vorerkrankte Patientinnen und Patienten mit einer Grippe stationär aufgenommen werden. Betroffene würden isoliert werden, um niemanden anzustecken, das sei Standard.
„Einige werden auch auf Intensivstationen behandelt. Wir raten daher dringend allen, vor allem über 60-Jährigen und Vorerkrankten, sich impfen zu lassen“, sagte Lang. Die Impfung verhindere zumindest in den allermeisten Fällen einen schweren Verlauf. „Sie macht auch jetzt noch Sinn, da die Grippe-Saison noch einige Wochen andauern wird.“
Starke Grippewelle bei Kindern
Eine starke Grippewelle grassiert derzeit unter Kindern, wie Tobias Tenenbaum berichtet, der Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Sana Klinikum Lichtenberg ist. „Wir sind bis aufs letzte Bett gefüllt“, berichtet der Arzt. Die Stationen seien stärker ausgelastet als im vergangenen Jahr.
Viele Kinder mit Grippe würden auf der Intensivstation behandelt – vor allem mit schweren Lungenentzündungen. Einige müssten beatmet werden.
Kaum RSV-Fälle
„Betroffen sind vor allem jüngere Kinder, Säuglinge und Kleinkinder, sowohl mit als auch ohne Risikofaktoren.“ Einen fatalen Fall habe es in dieser Saison aber noch nicht gegeben. Bei allen Kindern habe sich der Gesundheitszustand im Krankenhaus verbessert.
Positiv sei auch, dass es bislang kaum RSV-Fälle gebe. RSV steht für Respiratorisches Synzytial-Virus. Für Neugeborene und Säuglinge empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) seit Sommer 2024 einen Antikörper-Wirkstoff zum Schutz vor RSV. Der zeigt ganz offenbar Wirkung. (dpa)
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