Kolumne Sonntagsfragen : Was tun, wenn keiner Danke sagt?

Eine abgenommene Arbeit oder ein Geschenk zum Geburtstag – doch der Dank dafür bleibt häufig bleibt aus. Wie reagieren? Unsere Kolumnistin weiß Rat.

Wer Dankbarkeit empfindet, und sei es nur kurz, soll sie auch in Worte kleiden, erklärt unsere Kolumnistin.
Wer Dankbarkeit empfindet, und sei es nur kurz, soll sie auch in Worte kleiden, erklärt unsere Kolumnistin.Foto: imago/Panthermedia

„Gestern bedankte sich eine Kollegin, der ich zum Geburtstag geschrieben habe. Das hat mich gerührt. Es passiert nämlich oft, dass ich jemandem Arbeit abnehme oder sie ihm erleichtere, dass ich Freunden zu ihren Festtagen Karten oder Geschenke schicke, und es kommt keine Reaktion. Als hätte das nicht stattgefunden. Das stört mich sehr. Aber man kann einen Dank ja nicht einklagen“, schreibt Jens.

Nein, einklagen kann man ihn nicht. Aber es ist irritierend bis verletzend, wenn man anderen etwas gibt, und es kommt keine Reaktion. Im Arbeitsleben wird oft ein Mangel an Wertschätzung beklagt. Wertschätzung fängt im Privaten an, man kann sie überall selber zeigen, ganz besonders wenn jemand einem etwas schenkt, was das Leben einfacher oder schöner macht. Wer es womöglich cool findet, gar nichts zu sagen, möge sich bitte auf der Stelle Asche aufs Haupt streuen. Es ist leider nur ungezogen.

Wer Dankbarkeit empfindet, und sei es nur kurz, soll sie auch in Worte kleiden. Daran ist nichts peinlich. Jeder kann mit seinen eigenen Mitteln an einer Kultur der gegenseitigen Wertschätzung arbeiten. Nicht einfach sich gedankenlos freuen über ein Geschenk und es dann einsacken und wegpacken. Man kann sich ja angewöhnen, gleich ein paar gute Gedanken Richtung Schenkendem zu schicken. Und wenn man ihm begegnet, sollte man ein paar dieser Gedanken auch aussprechen. Auf die Begegnung muss man nicht warten. Es gibt so viele Möglichkeiten, Dankbarkeit auszudrücken, SMS oder Whatsapp oder eine Mail. Ein Satz genügt. Aber bitte mit Ausrufezeichen.

Bitte schicken Sie Ihre Fragen mit der Post (Der Tagesspiegel, „Immer wieder sonntags“, 10876 Berlin) oder mailen Sie diese an: meinefrage@tagesspiegel.de

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