Kriminalität in Neukölln : Hikel fordert Marker für Clans in Polizeidatenbanken

Auf einer Podiumsdiskussion spricht sich der Neuköllner Bürgermeister für bessere Polizeiausstattungen im Kampf gegen Clan-Kriminalität aus.

Der Bürgermeister des Bezirks Neukölln: Martin Hikel (SPD)
Der Bürgermeister des Bezirks Neukölln: Martin Hikel (SPD)Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Neuköllns Bürgermeister Martin Hikel (SPD) hat am Dienstag die angekündigte, harte Linie im Kampf gegen Clan-Kriminalität bekräftigt. „Wir brauchen zunächst eine bundesweit einheitliche Definition von Clan-Kriminalität“, sagte Hikel auf einer SPD-Podiumsdiskussion in Südneukölln. „Die arabischstämmigen Großfamilien unterscheiden sich schon dadurch von anderen Banden, dass ihre Mitglieder miteinander verwandt sind.“ Dadurch entstehe besonderer Druck untereinander.

Um Täter bundesweit leichter einordnen zu können können, brauche die Polizei bundesweit so etwas wie einen einheitlichen Marker in den Datenbanken. Nur so wisse auch ein Polizist bei einer Verkehrskontrolle in Süddeutschland, wie er sein Gegenüber einzuschätzen habe. Hikel sagte, für die Clanmitglieder müsse „der kriminelle Weg der steinigere“ sein.

Forderungen nach mehr Entschlossenheit

Der Islam-Experte Ralph Ghadban warnte davor, dass sich die einschlägig bekannten Clans inzwischen so eingerichtet hätten, dass staatliche Aktionen nur noch begrenzt wirkten. Ghadban sagte, er habe schon vor Jahrzehnten vor Heiraten innerhalb der Familien und der klaren Ablehnung liberaler Werte durch die aus dem Libanon stammenden Clans gewarnt. Der liberale Staat, die freiheitliche Gesellschaft erzeuge nicht den nötigen Respekt im Milieu. Der SPD-Innenpolitiker Tom Schreiber sagte: „Wenn wir die Polizei nicht besser ausstatten und nichts unternehmen, überlassen wir das Thema Clankriminalität populistischen Parteien.“

Fast 200 Interessierte besuchten die Veranstaltung. Überwiegend stimmten sie der Forderung nach mehr Entschlossenheit zu – auch als eine Lehrerin vor dem zunehmenden Einfluss islamischer Sittenwächter auf Schülerinnen und Schüler warnte. Zusammen mit der rigiden Enge in den einschlägigen deutsch-arabischen Familien festige dies Parallelgesellschaften.

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