Marineschiff "Berlin" : Modell des Berliner Patenschiffs steht im Roten Rathaus

Mit dem Marineschiff pflegt das Land Berlin eine Patenschaft. Weil das Original nicht in Berlin Halt machen kann, gibt es jetzt die Miniatur-Version.

Ein Schiff ist gekommen. Die Miniatur-„Berlin“ liegt im Roten Rathaus vor Anker.
Ein Schiff ist gekommen. Die Miniatur-„Berlin“ liegt im Roten Rathaus vor Anker.Foto: Beikler

Über den Kurfürstendamm schlendern, am Potsdamer Platz stehenbleiben und den Flughafen Tegel bewundern: Wenn Kinder und Jugendliche des Neuköllner St-. Josef Kinderheims den Einsatzgruppenversorger „Berlin“, das größte Schiff der Deutschen Marine, im Heimathafen Wilhelmshaven besuchen, zeigt die Besatzung ihnen gern im Schiff die Plätze und Tafeln mit Berlin-Bezug.

Das Land Berlin pflegt mit der „Berlin“ seit 2001 eine Patenschaft, die Besatzung seit vielen Jahren wiederum mit dem katholischen Kinderheim. Klar, dass die „Berlin“ mit ihrem Volumen von 20.000 Bruttoregistertonnen nicht einfach mal in Berlin Halt machen kann. Dafür gibt es jetzt die Miniaturausgabe der „Berlin“ im Roten Rathaus. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte das Schiffsmodell im Beisein von Besatzungsmitgliedern auf dem Hoffest am vergangenen Dienstag enthüllt.

Die Patenschaft mit der "Berlin" hat für das Land einen hohen Stellenwert

Die Patenschaft mit der „Berlin“, die 1999 noch durch Monika Diepgen, Ehefrau des früheren Regierenden Bürgermeisters Eberhard Diepgen, getauft worden war, hat für das Land einen hohen Stellenwert. Regelmäßig finden gegenseitige Besuche statt. Und mit Unterstützung der Senatskanzlei und des jeweiligen Präsidenten des Abgeordnetenhauses ist ein Netzwerk entstanden, zu dem auch der 2009 gegründete „Freundeskreis Einsatzgruppenversorger Berlin e.V“ zählt. Den Vorsitz hat Hans-Friedrich Müller, der frühere Leiter des Presse- und Informationsamtes des Senats.

Müller, gebürtiger Hamburger und aus einer nautischen Familie stammend, trifft sich wie der auch im Freundeskreis aktive CDU-Generalsekretär Stefan Evers, der nach eigenem Bekunden eine „hohe Marineaffinität“ hat, regelmäßig mit Besatzungsmitgliedern und Fregattenkapitän Sven Hikele. Im August ist eine Reise nach Wilhelmshaven geplant, wo die Besatzung der „Berlin“ das nächste Schild „Olympia-Park“ für ihren Fitnessraum erhält.

Im April 2002 startete der Einsatzgruppenversorger von Wilhelmshaven aus Richtung Horn von Afrika, wo er die Mission „Enduring Freedom“ unterstützte. Nach dem Tsunami 2004 lag die „Berlin“ vor Banda Aceh auf Reede: Das Vielzweckschiff ist ausgerüstet mit einem 45-Betten-Krankenhaus, zwei Operationssälen, Dentallabor und Labore für Blutanalyse und Mikrobiologie. Die „Berlin“ ersetzte wochenlang die medizinische Versorgung der Bevölkerung, da das örtliche Krankenhaus zerstört war. 2015 waren die „Berlin“ und die Fregatte „Hessen“ im Mittelmeereinsatz „EU Navfor med“ zwischen Italien und Libyen unterwegs und rettete tausende von Flüchtlingen aus Seenot.

Das „Berlin“-Modell im Rathaus ist wochentags von 9 bis 18 Uhr zu sehen. Der Freundeskreis ist unter 0163-8837556 erreichbar.

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