Markthalle IX in Berlin : Kreuzberger scheitern am Großmarkt

Die Offensive zur Erneuerung des Großmarkts in Moabit durch ein Bündnis von Händlern und der Markthalle IX ist gescheitert. Der Senat will keine Privatisierung des Areals.

Die Markthalle IX wollte den Großmarkt unter anderem für eine Brauerei nutzen.
Die Markthalle IX wollte den Großmarkt unter anderem für eine Brauerei nutzen.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Die Offensive zur Erneuerung des Großmarkts in Moabit durch ein Bündnis von Händlern aus dem Areal und den Betreibern der Kreuzberger Markthalle IX ist gescheitert. Im Wirtschaftsausschuss des Abgeordnetenhauses hat Staatssekretär Henner Bunde bestätigt, dass der Baustopp für eine Halle aufgehoben ist, den der bisherige Betreiber plant, die landeseigene „Großmarkt“-Gesellschaft. Damit ist das vorläufige Moratorium beendet, das der Senat verkündet hatte, nachdem die „Interessengemeinschaft Lebensmittel- und Frischecluster“ ein Angebot für die Übernahme des Areals über einen Pachtvertrag vorgelegt hatte.

Kein Platz zum Brauen

In Verwaltungskreisen heißt es, der Senat habe nicht seine Gestaltungsfreiheit am Großmarkt für eine Dauer von 40 Jahren aufgeben wollen, so lange wäre der Pachtvertrag gelaufen. Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) gab auf Anfrage zu: „Der Großmarkt braucht neue Ideen und Investitionen, die in der Vergangenheit zu kurz gekommen sind.“ Dieser „Zukunftsprozess solle aber „unabhängig von der eigentumsrechtlichen Übertragung“ angegangen werden.

Wie berichtet, wollte die Interessengemeinschaft 90 Millionen Euro in den Neubau von Hallen und die Modernisierung des Areals investieren. Die Betreiber der Markthalle IX sollte Flächen zur Herstellung von Lebensmitteln bekommen, unter anderem für eine Brauerei, für die in der Kreuzberger Markthalle kein Platz ist. Das Erneuerungsvorhaben sollte unter Regie der erweiterten Fruchthof-Genossenschaft erfolgen, die bereits Flächen auf dem Areal pachtet und selbst betreibt. Diese vertritt nach eigenen Angaben etwa 100 Händler und hatte das Angebot ausgearbeitet. Unzufriedene Mieter des Großmarktes hätten sie dazu veranlasst, hieß es.

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