Mit Greta Thunberg in Berlin auf die Straße : Schwedische Klimaaktivistin ist am Freitag in der Hauptstadt

Auch diesen Freitag demonstrieren Kinder und Jugendliche in Berlin unter dem Motto „Fridays For Future“. Diesmal ist die Gründerin der Bewegung mit dabei.

Greta Thunberg spricht am Freitag am Brandenburger Tor - wie hier am 15. März in Stockholm.
Greta Thunberg spricht am Freitag am Brandenburger Tor - wie hier am 15. März in Stockholm.Foto: REUTERS

Am Freitag bleiben wohl wieder einige Schulbänke in Berlin leer. Wie jeden Freitag rufen die Organisatoren von „Fridays For Future“ junge Menschen auf der ganzen Welt dazu auf, statt in den Unterricht auf die Straße zu gehen, um die Politik zum verstärkten Handeln gegen den Klimawandel aufzufordern. Mit dabei ist beim 15. Berliner Klimastreik aber dieses Mal die zentrale Figur des Protests: Greta Thunberg.

Die 16-jährige Schwedin, die den Schulstreik fürs Klima im August 2018 ins Leben gerufen hat, ist mittlerweile nicht mehr nur den engagierten Streikenden ein Begriff. Die Schülerin ist zum Idol der jungen Klimaaktivisten geworden, ihre Medienpräsenz verleiht der Bewegung immer neue Kraft.

15.000 Personen sind zur Demonstration angemeldet

Greta Thunberg ist für den Friedensnobelpreis nominiert, wurde in ihrem Heimatland gerade zur „Schwedin des Jahres“ gekürt. An diesem Sonnabend erhält sie den „Sonderpreis Klimaschutz“ bei der Goldenen Kamera in Berlin.

Ganz klar, dass sie dann am Freitag eben in der deutschen Hauptstadt streikt – und sich tausende junge Menschen der Symbolfigur der Klimabewegung anschließen werden. 15.000 Teilnehmende sind bei der Polizei angemeldet. Wie viele tatsächlich kommen, können die Organisatoren noch nicht genau sagen.

Der bisherige Rekord bei den Demonstrationen im Rahmen von Fridays For Future in Berlin waren laut den Veranstaltern 25.000 Menschen am 15. März, die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf 20.000.

Doch nicht nur Greta macht konsequent und lautstark auf die Klimakrise aufmerksam und motiviert dabei junge Menschen auf der ganzen Welt, ihrem Vorbild mit eigenem Engagement zu folgen. In mehreren Dutzend deutschen Städten streiken Schüler auch an diesem Freitag wieder, viele weitere reisen zur Kundgebung nach Berlin.

Carla Reemtsma hat den Berliner Klimastreik am Freitag mitorganisiert.
Carla Reemtsma hat den Berliner Klimastreik am Freitag mitorganisiert.Foto: privat

In der Hauptstadt sind viele Schülerinnen und Schüler im Einsatz, um die Demonstration am Freitag zu organisieren. „Ein paar Dutzend Leute sind in unserem Organisationsteam“, sagt Carla Reemtsma, die sich bei Fridays For Future um die Pressearbeit kümmert. Wie hoch der Arbeitsaufwand der Freiwilligen sei, hänge ganz davon ab, wie viel Zeit diese in die Arbeit für die Klimabewegung stecken könnten. „Ich könnte das im Moment in Vollzeit machen“, sagt

Reemtsma. Neben dem Organisationsteam sind zudem weit über 100 Ordner dafür zuständig, während der Protestveranstaltung für geordnete Verhältnisse sorgen.

Kinder und Jugendliche sind in ganz Deutschland gut vernetzt

Über WhatsApp sind die jungen Aktivisten immer miteinander verbunden, jede Ortsgruppe hat bei dem Instant-Messaging-Dienst eine eigene Gruppe und delegiert eine Person in die deutschlandweite Gruppe. In anderen Chats tauschen sie sich über die Arbeit in den soziale Medien aus und organisieren zum Beispiel die Anreise von Demonstrierenden. So haben sie auch dafür gesorgt, dass am Freitag Streikende aus ganz Deutschland mit Bussen nach Berlin kommen können, viele reisen aus dem Ruhrgebiet und dem Münsterland an.

Um 10 Uhr beginnt eine erste Kundgebung im Invalidenpark – „viel Musik, wenig Reden“, wie Mitorganisatorin Carla Reemtsma sagt. Die jungen Aktivisten ziehen ab 11 Uhr zum Brandenburger Tor, wo sie zwischen 12 und 13 Uhr ankommen und eine zweite Kundgebung abhalten wollen. Dabei soll auch Greta Thunberg sprechen. Die Demonstration endet gegen 15 Uhr am Platz des 18. März. Wie ein Sprecher der Polizei im Vorfeld erklärte, könne es im Bereich der Demonstration zu Einschränkungen kommen, einzelne Straßen würden für den Autoverkehr gesperrt.

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