zum Hauptinhalt
Monika Herrmann, bisherige Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, zieht nicht ins Abgeordnetenhaus ein.

© imago images/Sabine Gudath

Tagesspiegel Plus

Monika Herrmann nach knapper Niederlage: „Ich mache ein bisschen außerparlamentarische Verkehrspolitik“

Die bisherige Bezirksbürgermeisterin geht als einzige Grüne bei den Direktmandaten im Bezirk für das Abgeordnetenhaus leer aus – wenn auch knapp. Was denkt sie zum Ergebnis und wie steht es um ihre künftigen Pläne?

Die Grünen gewannen in Friedrichshain-Kreuzberg in fünf von sechs Wahlkreisen die Direktmandate für das Abgeordnetenhaus. Monika Herrmann, die dieses Jahr nicht mehr für das Amt der Bezirksbürgermeisterin kandidierte, wollte für den Wahlkreis 4 (Friedrichshain West) ins Abgeordnetenhaus.

Frau Herrmann, bei der Wahl um den Wahlkreis 4 war es knapp: Sie erreichten dort mit 23,8 Prozent nur den zweiten Platz. Das Direktmandat holte der Linken-Kandidat Damiano Valgolio mit 24,7 Prozent. Woran mag es gelegen haben, dass es nicht klappte?
Ich glaube, dass der Kollege von den Linken am Sonntag durchaus Schweißperlen auf der Stirn hatte. Wir Grünen haben den Wahlkreis 4 noch nie gewonnen. Bei der letzten Wahl hatten wir etwa 8 Prozent Unterschied zur Linken und waren an dritter Stelle. Diesmal fehlten aber nur 0,9 Prozent, um tatsächlich zu gewinnen. Diese Situation hatten die Linken in diesem Wahlkreis noch nie, sie hatten ihn immer sicher in der Tasche. Wir haben die Linken diesmal richtig herausgefordert und es fast geschafft. Das hat zwar letztlich nicht gereicht, hat uns aber trotzdem gefreut.

Die Grünen freuen sich über die guten Ergebnisse im Bezirk, aber Sie profitieren ja nun nicht davon…
Ja, aber ich habe mir den Wahlkreis ausgesucht und wollte ihn als ehemalige Bürgermeisterin bespielen. Klar, man wäre glücklicher, wenn ganz Friedrichshain-Kreuzberg grün geworden wäre – keine Frage. Das wäre ein perfektes Ergebnis gewesen. Ich und mein Team finden aber, dass wir dort gute Arbeit geleistet haben – trotz Niederlage. Wir sind durchaus zufrieden, dass wir so weit nach vorne gekommen sind und den Wahlkreis fast geholt haben.

Weiter Verkehrspolitik machen? Das werde ich – ganz sicher. 

Monika Herrmann, bisherige Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg

Sie haben sich im Bezirk für eine innovative Verkehrspolitik stark gemacht und viel bewegt. Möchten Sie das an anderer Stelle weiter tun?
Weiter Verkehrspolitik machen? Das werde ich – ganz sicher. Aber ich weiß noch nicht wie und habe auch keinen Druck. Ich bin völlig entspannt. Ich habe ein sehr großes Gefühl von Freiheit, was jeden Tag besser wird. Klar ist: Senatorin oder Staatssekretärin möchte ich nicht werden, dann ist das Gefühl mit der Freiheit sofort wieder vorbei.

Es gibt ja noch Möglichkeiten jenseits der Politik, sich für einen innovativen Großstadtverkehr zu engagieren. Wäre das etwas für Sie?
Dazu kann ich noch nichts sagen. Ich mache ein bisschen außerparlamentarische Verkehrspolitik. Wie sich das genau gestalten wird, werde ich dann sehen.

Der oder die Bezirksbürgermeister:in und die Stadträt:innen werden ja von der Bezirksverordnetenversammlung erst noch gewählt. Wie ist das organisatorisch: Gibt es eine Übergangszeit, in der Sie abgesichert sind?
Im Grunde bin ich noch amtierende Bürgermeisterin, das Gehalt läuft erst mal weiter. Fairerweise führt man aber in dieser Übergangsphase nur noch die Geschäfte und macht nichts groß Neues. Danach bekommt man Übergangsgeld und danach Ruhegeld – das ist wie eine lebenslange Pension.

Es wäre also auch eine Möglichkeit, sich zur Ruhe zu setzen?
Da hatte mir meine Frau schon gesagt: „Das ist Blödsinn, das wirst du nicht schaffen“.

Zur Startseite

showPaywall:
false
isSubscriber:
true
isPaid:
true
showPaywallPiano:
false