Nach 58 Jahren Pause : Berliner „Uhr der Versöhnung“ schlägt wieder

Sie ist ein Symbol der deutschen Teilung – seit 1961 stand die Uhr still. Nun ist sie wieder in Betrieb.

Besucher betrachten das wieder instandgesetzte Ziffernblatt der ehemaligen Kirchturmuhr der zu DDR-Zeiten gesprengten Versöhnungskirche.
Besucher betrachten das wieder instandgesetzte Ziffernblatt der ehemaligen Kirchturmuhr der zu DDR-Zeiten gesprengten...Foto: Gregor Fischer/dpa

Sie ist ein besonderes Symbol der deutschen Teilung: Die Berliner „Uhr der Versöhnung“ aus einer Kirche am ehemaligen Mauerstreifen schlägt seit Mittwoch wieder - nach 58 Jahren Pause. Das Uhrwerk stand seit 1961 still, weil die Versöhnungskirche mit der Grenzschließung am 13. August eingemauert worden war. Das restaurierte Turmuhrwerk mit einem ergänzten Ziffernblatt aus der benachbarten Zionskirche schmückt nun den Eingangsbereich des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung, teilte die Diakonie Deutschland am Mittwoch mit.

Die Uhr, deren rund 35.000 Euro teure Restaurierung über Spenden finanziert wurde, tickt damit in unmittelbarer Nähe zu ihrem ursprünglichen Standort. Die Versöhnungskirche im sogenannten Todesstreifen wurde 1985 von den DDR-Behörden gesprengt. Heute steht dort die Kapelle der Versöhnung.

„Wenige Meter entfernt von unserem heutigen Sitz trennte der Todesstreifen die heutige Hauptstadt. Es ist gut, dass wir täglich daran erinnert werden: Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit“, sagte Diakonie-Präsident Ulrich Lilie am Mittwoch. „Die Uhr der Versöhnung bringt uns und allen Gästen unseres Hauses diese Erinnerung noch näher.“

Das Uhrwerk der Versöhnungskirche stand seit dem Herbst 1961 still. Der damalige Uhrenwart Jörg Hildebrandt stellte in einer Protestaktion am 26. Oktober 1961 die Zeiger der Uhr auf fünf vor zwölf. Am Mittwoch begann die Uhr wieder zu ticken - nicht zufällig um 11.55 Uhr. (dpa)

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