Nach deutschem WM-Aus : AfD fordert Schließung der Berliner Fanmeile

Deutschland ist raus - und die Berliner AfD will die Fanmeile auf der Straße des 17. Juni schließen. Doch Senatsverwaltung und Veranstalter haben sich längst dagegen ausgesprochen.

Enttäusche deutsche Fußball-Fans auf der Fanmeile.
Enttäusche deutsche Fußball-Fans auf der Fanmeile.Foto: AFP

Die Berliner AfD will die Fanmeile vor dem Brandenburger Tor schließen. Seit dem Ausscheiden der deutschen Mannschaft lohne sich der Betrieb nicht mehr, sagte der sportpolitische Sprecher der Fraktion, Frank Scheermesser, dem RBB am Montag. Für "ein paar hundert Gäste" bis zum Ende der WM eine der Berliner Hauptverkehrsachsen zu sperren, sei "absolut unwirtschaftlich".

Am besten solle die Fanmeile sofort abgebaut werden, sofern es die Verträge erlaubten, sagte Scheermesser dem Sender. Wenn es schon keinen Pokal geben werde, dann wenigstens einen staufreie Start in die Sommerferien.

Veranstalter für Weiterbetrieb

Damit reagiert die Partei auf eine Frage, die bereits nach dem WM-Aus der DFB-Elf am vergangenen Mittwoch in Berlin aufkam. Denn nach der Niederlage gegen Südkorea herrschte auf der Straße des 17. Juni gähnende Leere.

Dabei hatte eine Sprecherin der Fanmeile bereits am vergangenen Donnerstag dem Tagesspiegel gesagt: "Natürlich machen wir weiter." Zum letzten Spiel des deutschen Teams seien mehr als 100.000 Menschen gekommen. Mit den Betreibern der Stände werde nun individuell verhandelt, aber "die meisten werden bleiben."

Eine Sprecherin der Berliner Senatsverwaltung hatte den Weiterbetrieb bestätigt: "Die Berliner Fanmeile bleibt bis zum Schluss der Weltmeisterschaft.“ Denn: „Die Fanmeile ist ein friedliches Fest für alle Fußballfans. Das geht weiter, auch wenn Deutschland leider ausgeschieden ist."

Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) stimmte dem Weiterbetrieb laut RBB nun unter Vorbehalt zu. Sollte "gähnende Leere" herrschen, müsse man die Genehmigung eventuell anpassen, so Günther. Dann könne der Veranstalter aber möglicherweise Entschädigungsansprüche geltend machen. (Tsp)

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