Nach Hitlerwein-Fotos : Berliner AfD schließt Jessica Bießmann aus

Die Abgeordnete hatte vor Weinflaschen mit dem Konterfei von Adolf Hitler posiert. Nun ist sie nicht mehr Mitglied der AfD-Fraktion.

Von der Vergangenheit eingeholt. Jessica Bießmann stolpert über alte Fotos mit Hitler-Wein.
Von der Vergangenheit eingeholt. Jessica Bießmann stolpert über alte Fotos mit Hitler-Wein.Foto: Gregor Fischer/dpa

Die AfD im Berliner Abgeordnetenhaus hat die bislang als familienpolitische Sprecherin eingesetzte Abgeordnete Jessica Bießmann am Dienstagabend aus ihrer Fraktion ausgeschlossen. "Die AfD-Fraktion hat am Abend die Abgeordnete Jessica Bießmann ausgeschlossen", sagte Sprecher Thorsten Elsholtz. Über die Details und das Abstimmungsergebnis in der Fraktionssitzung wurde Stillschweigen vereinbart.

Anlass für den Ausschluss Bießmanns aus der Fraktion sind offenbar zehn Jahre alte Bilder, auf denen sie vor mit dem Konterfei Adolf Hitlers beklebten Weinflaschen posierte. Die Aufnahmen waren Mitte Oktober von einem User im Netz entdeckt worden und hatten für die Einleitung eines Parteiausschlussverfahrens gegen Bießmann gesorgt. Diese erklärte damals, die Bilder seien bereits zehn Jahre alt und in der Wohnung eines Freundes aufgenommen worden, zu dem sie heute keinen Kontakt mehr habe. Bießmann hatte zudem immer wieder den gemäßigten Kurs von Parteichef Georg Pazderski kritisiert.

Bießmann bereits die dritte ausgestoßene Abgeordnete

Die AfD-Fraktion schrumpft damit um einen weiteren Abgeordneten auf nunmehr 22 und nur noch zwei Frauen. Zuletzt war im Sommer 2017 Andreas Wild aus der Fraktion ausgeschlossen worden, der mehrfach gegen Migranten ausfällig geworden war und sich während einer Türkei-Reise mit türkischen Nationalisten und Rechtsextremisten getroffen hatte. Bereits vor ihrer Konstituierung hatte Kay Nerstheimer, der für die AfD ein Direktmandat gewonnen hatte, auf Druck der Parteiführung auf eine Mitgliedschaft in der AfD-Fraktion verzichtet. (Tsp)

 

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