Nach Krawall im Gerichtssaal : Prozess um Hausprojekt „Liebig 34“ auf 2020 vertagt

Beim Prozessauftakt kam es zum Eklat, die Verhandlung musste abgebrochen werden. Der Gerichtsstreit wird nun erst 2020 fortgeführt.

,Die "Liebigstraße 34" eines der bekanntesten Projekte der linksautonomen Szene.
,Die "Liebigstraße 34" eines der bekanntesten Projekte der linksautonomen Szene.Foto: picture alliance / Tomas Moll/dp

Der Prozess um das Haus „Liebigstraße 34“ in Friedrichshain geht erst im kommenden Jahr weiter, das teilte eine Gerichtssprecherin am Freitag mit. Der Verein der Bewohner habe um die Verlegung des ursprünglich für Montag geplanten Termins gebeten. Nun werde voraussichtlich im Januar weiter verhandelt, ein genaues Datum stehe aber noch nicht fest.

Der Eigentümer des symbolträchtigen Hauses hatte eine Räumungsklage eingereicht. Sie richtet sich gegen die Bewohnerinnen, die sich als „anarcha-queer-feministisches Hausprojekt Liebig 34“ bezeichnen. 2018 endete ihr auf zehn Jahre befristeter Gewerbemietvertrag, den der Bewohner-Verein mit dem Hausbesitzer abgeschlossen hatte. „Liebig 34“ gilt als eines der letzten Symbole der linksradikalen Szene in der Stadt.

Beim Prozessauftakt Mitte November war es zu tumultartigen Szenen im Landgericht für Zivilsachen gekommen. Zwei junge Frauen hatten sich die Kleidung vom Oberkörper gerissen und waren durch den Gerichtssaal gestürmt. Unterstützerinnen riefen „Liebig bleibt“. Stühle flogen durch die Gegend. Justizbeamte schleppten die Demonstrantinnen weg. Die Zuschauer mussten den Saal verlassen.

Der krawallige Protest im Gericht gehörte zu einer Reihe von Aktionen rund um die Häuser in der Liebigstraße und der angrenzenden Rigaer Straße. (dpa)

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