Parklets in Berlin-Kreuzberg : Bergmannstraße bekommt Ruhezonen für Fußgänger

Am Donnerstag wurden zwei Parklets für Fußgänger in der Bergmannstraße eingeweiht. Anwohner können die Holzbänke nun bewerten.

Anna Ehlebracht
Verkehrssenatorin Regine Günther und Bezirksstadtrat Florian Schmidt weihen zwei Parklets in der Bergmannstraße ein.
Verkehrssenatorin Regine Günther und Bezirksstadtrat Florian Schmidt weihen zwei Parklets in der Bergmannstraße ein.Foto: Anna Ehlebracht

Bitte, parken Sie sich doch: Noch vor Beginn der Testphase wurden am Donnerstag in der Kreuzberger Bergmannstraße zwei Parklets eingeweiht. „Wir wollen Berlin schöner, lebenswerter und klimafreundlicher machen“, sagte die anwesende Verkehrssenatorin Regine Günther. „Und die Parklets dienen dabei auch der sozialen Begegnung.“

Parklets erweitern Fußgängerflächen durch Aufbauten auf Parkplätzen. So sollen sie den Menschen mehr öffentlichen Raum zur Verfügung stellen. Die Holzbänke sind mit dem Rücken zur Straße auf einem Metallgerüst aufgebaut und sollen zum Sitzen und Ausruhen einladen. Tische, Hocker und Fahrradständer dienen der Steigerung des Komforts.
Die einjährige Testphase des Projekts startet im Herbst dieses Jahres. Dass es sich momentan noch um ein Modellprojekt handelt, betonte auch der Bezirksstadtrat Friedrichshain-Kreuzbergs, Florian Schmidt (Grüne). „Die Straße ist öffentliches Eigentum – dieses wird allerdings momentan nicht so genutzt, wie es der Allgemeinheit dienen sollte“, sagte Schmidt, „darum die Begegnungsstätte“.

Anwohner können Feedback geben

In der zukünftigen Begegnungszone Bergmannstraße können Anwohner in den nächsten Monaten die Parklets bewerten und Anregungen geben. Diese Rückmeldungen sollen in die Planung der Testphase einfließen. „Parklets sollen dann die ganze Bergmannstraße säumen“, sagte Schmidt. „Denn die Parklets stärken den Fußverkehr.“

Dass das Projekt auch auf Kritik stößt, weiß Schmidt. „Es wird Reibungen geben – kritische Stimmen gibt es ja schon.“ Eine von ihnen gehört Anwohnerin Kathrin Diemer. „Unser Problem ist, dass wir hier keine zweite Admiralbrücke wollen. Die Leute werden sich hier hinsetzen, es wird mehr Alkohol getrunken und spät abends sehr laut sein“, sagt sie.

Ein weiterer Kritikpunkt an den Parklets: „Wer will sich denn allen Ernstes mit dem Rücken zur lauten Straße setzen?“, fragt sie. „Also ich nicht.“
Ein Parklet kostet 50 000 Euro. Die Prototypen sollen in Serie dann allerdings günstiger werden. Das erste Parklet wurde 2013 in San Francisco aufgebaut. In Deutschland war Stuttgart Vorreiter – das erste Parklet wurde dort vor drei Jahren errichtet.

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

114 Kommentare

Neuester Kommentar