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Seenotrakete? Nein, Feuerwerk - in diesem Fall auf der Havel erlaubt, weil es bei "Wannsee in Flammen" gezündet worden ist.
© Kai-Uwe Heinrich

Großeinsatz mit Polizeihubschrauber: Alarm auf der Havel: Seenotsignal war Party-Rakete

Es war ein stürmisches Wochenende, Feuerwehr und Polizei waren sensibilisiert. Als sie ein Seenotsignal sahen, rückten die Einheiten aus - und fanden eine Partygesellschaft. Muss diese zahlen?

Wegen des Unwetters waren die Einsatzkräfte überall im Einsatz. Und offenbar sehr sensibilisiert. Und so hat eine Privatfeier am Wochenende an der Havel zu einem Rettungseinsatz von Feuerwehr und Polizei geführt.

Ein Feuerwehrmann, der wegen eines anderen Einsatzes in Groß Kreutz - westlich von Potsdam gelegen - war, bemerkte eine Rakete über einem Havelsee bei Schmergow, die wie ein rotes Seenotsignal ausgesehen habe. Wie ein Sprecher der Wasserschutzpolizei bestätigte, kam es daraufhin zum Einsatz eines Bootes der Wasserschutzpolizei und eines Polizeihubschraubers, um auf dem Wasser nach dem möglicherweise verunglückten Boot zu suchen.

Auch die Feuerwehr habe ein Schlauchboot zu Wasser gelassen, um den sogenannten Trebelsee zwischen Schmergow und Gutenpaaren abzusuchen.

Der Einsatz dauerte dem Polizeisprecher zufolge insgesamt zwei Stunden, in denen kein in Not geratenes Boot entdeckt wurde. Die Besatzung des Hubschraubers bemerkte jedoch eine Feier auf einem Privatgrundstück in direkter Nachbarschaft zum See. Die Beamten überprüften das Grundstück daraufhin und stellten fest, das während der Feier auch Silvesterrakten abgefeuert wurden.

Gegen die Hobby-Pyrotechniker wurde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, da sie unerlaubt Raketen abgeschossen haben. Den Einsatz von Polizei und Feuerwehr werden sie dem Polizeisprecher zufolge aber wohl nicht bezahlen müssen.

In Spandau mussten Ruderer am Sturm-Wochenende gerettet werden

Es sollte nicht der einzige Einsatz bleiben für die Rettungskräfte, die wegen des Sturm ja eh schon viel zu tun hatten: In Berlin-Spandau waren einige Ruderer der Meinung, sie müssten ein paar Kilometer über die Havel gleiten - bis sie schließlich wegen Wind und Welle kenterten und gerettet werden mussten.

Enrico Bellin

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