Update

Berlin-Steglitz : Brandanschlag auf Autos des Konzerns Deutsche Wohnen

In der Debatte um die Enteignung von Immobilienkonzernen werden Wagen des Unternehmens in Brand gesetzt. Am Abend taucht ein Bekennerschreiben im Internet auf.

In Schöneberg wurde am Dienstagmorgen ein Supermarkt überfallen.
In Schöneberg wurde am Dienstagmorgen ein Supermarkt überfallen.Foto: Archiv

In der Debatte um Wohnungsnot in Berlin, hohe Mieten und Enteignungsforderungen gegen Immobilienkonzerne kommt es nun auch zu Gewalt. In der Nacht zu Mittwoch sind in der Benzmannstraße in Steglitz mehrere Fahrzeuge des Unternehmens Deutsche Wohnen in Brand gesetzt worden. Am Mittwochabend erschien dann auf der Website der autonomen Szene "indymedia" ein anonymes Bekennerschreiben. Man habe den Fuhrpark der Firma "dezimiert", heißt es darin. Während die Mieten steigen, fahre die Deutsche Wohnen erhebliche Gewinne ein und mache Wohnen zur Ware. Erst am Dienstag hatte der Konzern in seiner Bilanz des Geschäftsjahres 2018 deutlich gesteigerte Gewinne verkündet.

Eine Anwohnerin war in der Nacht zum Mittwoch auf zwei brennende Autos des Unternehmens aufmerksam geworden und hatte um 3.25 Uhr Polizei und Feuerwehr alarmiert. Die Feuerwehr löschte die Flammen in kurzer Zeit. Neben den beiden in Brand gesetzten Kleinwagen sind durch die Flammen zwei weitere, in unmittelbarer Nähe geparkte Fahrzeuge des Unternehmens Deutsche Wohnen beschädigt worden.

Weil die Berliner Polizei von einer politisch motivierten Straftat gegen das umstrittene Unternehmen ausgeht, hat der Staatsschutz des Landeskriminalamtes die Ermittlungen übernommen. Die Täter sind bislang unbekannt.

Wie berichtet, soll am 6. April in Berlin ein Volksbegehren mit dem Titel „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ starten. Das Volksbegehren zielt darauf ab, Unternehmen mit mehr als 3000 Wohnungen gegen Entschädigung der Eigentümer zu "vergesellschaften". Bereits im Vorfeld wird dessen pro & Kontra in der Stadt heftig diskutiert.

Angesichts der eklatanten Wohnungsnot in der Hauptstadt hat überdies gerade eine Aktionswoche gegen Verdrängung und "Mietenwahnsinn" begonnen.

Mehr zum Thema